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Mönchengladbach
Die essbare Stadt

Mönchengladbach. Wer mit offenen Augen durch Gladbach läuft, kann kostenlos Äpfel, Brombeeren oder Mirabellen pflücken. Im Internet gibt's eine Karte. Von Laura Schameitat

Gladbach ist eine grüne Stadt mit viel Waldfläche, Parks und jede Menge Landwirtschaft in den Außenbezirken. Und manchmal ist das Grün sogar süß und saftig.

Auf einigen städtischen Grundstücken wachsen nämlich Obstbäume, deren Früchte allen Gladbachern gehören und daher gerne geerntet werden dürfen. Im Internet zeigt eine Karte unter www.mundraub.org weitere Stellen an, an denen Äpfel, Brombeeren, Mirabellen, Bärlauch, Haselnüsse oder auch Esskastanien auf öffentlichem Gelände wachsen. Jeder, der seine Fundorte mit anderen teilen will, kann dort den Standort eintragen. "Natürlich sollte man sich vor dem Pflücken sicher sein, dass der Baum oder die Sträucher wirklich auf öffentlichem Grund stehen. Sonst kann es Ärger geben", sagt Ruth Seidel, erste Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Mönchengladbach. Seidel gibt zudem Sicherheitstipps: Eine mitgebrachte Leiter sollte immer sicher stehen. Wer Fallobst vom Boden aufsammelt, kann Bekanntschaft mit Wespen machen.

Und: Es können auch schon mal Würmer im Obst sein. "Vor allem bei Brombeeren sollte man nur die pflücken, die über Kniehöhe wachsen", sagt Markus Profijt vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Denn die Pflanzen darunter könnten mit Fuchskot verunreinigt sein und so den Fuchsbandwurm übertragen.

Und wie sieht es aus mit der Qualität der Früchte? "Wenn der Baum an einer viel befahrenen Straße stand, würde ich das Obst gut abwaschen. Gesünder als gespritztes Obst aus dem Supermarkt ist es aber allemal", sagt Seidel.

Für noch mehr Obst in der Stadt wird künftig das Museum Abteiberg sorgen. In dem Projekt "Ein ahnungsloser Traum vom Park" will das Museum gemeinsam mit der Sparkasse im Oktober 100 öffentliche Apfelbäume pflanzen, an denen sich alle Bürger bedienen dürfen.

Die Stadt unterhält in der Nähe von Haus Horst in Giesenkirchen eine Streuobstwiese mit rund 50 Apfelbäumen. Auf dieser und auf etwa 15 anderen Flächen in Mönchengladbach und Korschenbroich pflückt der BUND Obst in einer sogenannten Pflückgemeinschaft. "Die Flächen sind teils öffentlich, teils privat. Wir dürfen dort ernten, aber nur unter der Aufsicht des BUNDs", erklärt Profijt.

Über einen E-Mailverteiler werden die Termine bekanntgegeben. Wer Interesse hat, kann eine Mail an gse@profijt.de schicken. Markus Profijt würde sich wünschen, dass die Stadt dem Vorbild der Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz folgt. Dort wurde sämtliches Begleitgrün an Straßen und Plätzen durch Gemüse ersetzt. Das dürfen die Einwohner ernten. "Und das Beste ist: Das ist sogar günstiger als die Pflanzen, die vorher angepflanzt wurden. Und für die Stadt ist es gute PR", sagt Profijt.

Quelle: RP
 
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