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Mönchengladbach
Die ewigen Dauerläufer

Mönchengladbach: Die ewigen Dauerläufer
Ein Marathon durch die Sahara, weil Erika Riecks "den Sternenhimmel in der Wüste" sehen wollte. Er war eine von vielen Herausforderungen. Bernd Meisterling-Riecks und Erika Riecks sind Extremsportler, die auch die Rocky Mountains laufend überquert haben und die "Diagonale der Verrückten" bewältigten. FOTO: Meisterling-Riecks
Mönchengladbach. Erika Riecks und Bernd Meisterling-Riecks haben ihren 150. Marathonlauf gemeinsam beendet. Für den Sport touren sie durch die Welt. Von Dieter Weber

Sie reisen gerne. Sie laufen gerne. Und es reizt sie, beim Reisen und Laufen zu experimentieren. Etwa durch eine Wüste bei 42 Grad Hitze zu traben. Oder die Rocky Mountains in sechs Etappen zu überqueren. Oder über die mehr als 18.000 Stufen der Chinesischen Mauer im Laufschritt zu kraxeln.

Erika Riecks (60) und Bernd Meisterling-Riecks (57) sind auf ihre Art Extremsportler: Sie interessieren sich nicht für zeitliche Bestleistungen, sondern für außergewöhnliche Erlebnisse. Die aber immer etwas mit Laufen und Reisen zu tun haben müssen. Jetzt haben sie ihren 150. Marathonlauf beendet - gemeinsam, am Ende Hand in Hand und dazu in einer Verfassung, dass sie sich sogleich sagten: "Wir fühlen uns so gut, dass wir uns schon auf das nächste Rennen freuen."

Ihre ersten gemeinsamen längeren Läufe haben die beiden Gladbacher im RP-Marathonteam gemacht. Damals ging es ihnen lediglich darum, die 42,195 Kilometer zu bewältigen. Als sie beim Marathon in Düsseldorf die Ziellinie überquert hatten, steckten sie sich neue Ziele. "Laufen ist doch ideal. Und Marathonläufe gibt es auf allen fünf Kontinenten. Da können wir doch unsere Leidenschaft für das Laufen mit unserer Leidenschaft für das Reisen ideal kombinieren. Länder, Kulturen und Menschen lernen wir so aus einer ganz anderen Perspektive kennen", sagt Bernd Meisterling-Riecks. Seitdem touren sie durch die Welt, Laufschuhe und Laufutensilien immer im Gepäck.

Viele europäische Großstädte erkundeten sie im Laufschritt: Wien, Florenz, Rom . . . Schließlich wagten sie sich an immer außergewöhnlichere Events: etwa den Two-Ocean-Marathon um das Kap der guten Hoffnung in Südafrika. Oder den Wüstenmarathon im Oman und in der Sahara. Was treibt jemanden an, durch die Wüste zu laufen? Wer Erika Riecks die Frage stellt, bekommt zur Antwort: "Ich wollte den Sternenhimmel in der Wüste erleben." Und ihr Mann sagt: "Alles das, was wir jetzt machen, ist auf der Habenseite des Lebens." Was heißen soll: Träume will das Ehepaar nicht aufschieben, sondern sie sich zu einem Zeitpunkt verwirklichen, wenn die Gesundheit noch mitspielt.

Inzwischen haben sich die sportlichen Akzente bei Erika Riecks und Bernd Meisterling-Riecks etwas verschoben. Ein Lauf über 42,195 Kilometer finden sie ja ganz nett, aber Trail- und Bergläufe oder Ultramarathonstrecken üben mittlerweile einen größeren Reiz auf sie aus. Deshalb liefen sie schon die Zugspitze oder den Mont Blanc hoch. Und bei der Überquerung der Rocky Mountains waren auch einige Höhenmeter zu überwinden.

"Ein besonderes Erlebnis war aber die Teilnahme an derDiagonale der Verrücken'", sagt Meisterling-Riecks. Das ist ein Ultratrail, ein Lauf auf schmalem Pfad, abseits befestigter Wege auf der Insel la Reunion im Indischen Ozean. Dauerläufer Meisterling-Riecks: "Das war unsere bisher größte Herausforderung. Die Strecke führte über 65 Kilometer, und es waren dabei rund 4000 Höhenmeter zu überwinden."

Quelle: RP
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