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Mönchengladbach
Die flexible Kita

Mönchengladbach: Die flexible Kita
Die kleine Fatima zeigt der SPD-Bundestagsabgeordneten Gülistan Yüksel ihr Bild mit Anspitzerresten. Die Abgeordnete informierte sich gestern, wie das Programm "KitaPlus" vor Ort umgesetzt wird. FOTO: ISabella Raupold
Mönchengladbach. Sechs Einrichtungen in der Stadt bekommen aus dem Programm "KitaPlus" des Bundes Geld, um damit früher öffnen und später schließen zu können - aber nur bis Ende 2018. Die SPD-Abgeordnete Gülistan Yüksel besuchte eine davon. Von Andreas Gruhn

Die kleine Fatima kann mit dem, was die Großen um sie herum alles erzählen, wenig anfangen. Sie reden von Förderungen. Von Randzeiten. Von flexiblen Öffnungszeiten. Dinge, mit denen sich ein Kindergartenkind in der Regel nicht beschäftigt. Das Mädchen zupft am Ärmel von Gülistan Yüksel. Ihr neuestes Kunstwerk auf dem kleinen Tischchen im Atelier der Kita Metzenweg ist jetzt erstmal wichtiger. Die SPD-Politikerin lässt sich in Ruhe zeigen, was dort aus den Anspitzerresten von Buntstiften entstanden ist.

Förderungen, Randzeiten, flexible Öffnungszeiten sind allerdings Dinge, mit denen sich die Eltern und die Leitung der Kita am Metzenweg im Moment sehr ausführlich beschäftigt. Denn die Einrichtung, die derzeit von 85 Kindern besucht wird, ist eine der sechs Kitas in der Stadt, die an einem Förderprogramm der Bundesregierung teilnehmen. Sie erweitern ab Januar ihre Öffnungszeiten morgens und am Nachmittag, bekommen dafür Geld vom Bund, und sollen dafür den Eltern erweiterte Betreuungszeiten anbieten. Pro Multis, Träger der Kita Metzenweg, hat zwei Einrichtungen in dem Programm platziert. Im Familienzentrum St. Josef in Rheydt können Eltern ihre Kinder künftig schon von 6 Uhr an und bis 17.30 Uhr in die Betreuung geben, und am Metzenweg zwischen 6.30 und 18 Uhr - maximal aber zehn Stunden am Tag. Die Kitas öffnen morgens dafür eine Stunde früher und schließen eineinhalb Stunden später als bisher. "Das ist besonders interessant für Menschen im Schichtdienst", sagt Willi Steffens, Geschäftsführer von Pro Multis. Beide Einrichtungen bereiten sich auf jeweils 20 Kinder in den erweiterten Öffnungszeiten vor. Dazu hat der Träger jeweils eine neue Betreuerin eingestellt, Anschaffungen und Einrichtung etwa von neuen Schlafräumen bezahlt. "Es ist ganz wichtig, dass es den Kindern gut geht und sie eine schöne Zeit hier haben. Sie sollen nie das Gefühl haben, abgeschoben zu werden", sagt Bernadette Saager, Geschäftsführerin von Pro Multis. "Wir bereiten derzeit die Räume vor und schauen, was die Kinder so früh morgens brauchen", ergänzt Leiterin Heike Coentges der Abgeordneten Gülistan Yüksel. Wenn Kinder um 5 Uhr morgens aufstehen, um rechtzeitig zur Kita zu kommen, brauchen sie dort mitunter noch etwas Schlaf. "Die Vorbereitungen laufen schon seit Januar, und sie sind sehr arbeitsintensiv", sagt Willi Steffens. "Wir richten ein und feilen am Konzept." Bis zu 200.000 Euro pro Jahr gibt es dafür vom Bund, abhängig davon, wie die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Die beiden Pro-Multis-Kitas werden mit etwa 70.000 Euro pro Jahr gefördert.

Wenn Eltern die flexiblen Öffnungszeiten in Anspruch nehmen wollen, müssen sie dafür neben den Kita-Gebühren, die an die Stadt gehen, 45 Euro im Monat an Pro Multis zahlen. Das funktioniert aber nur so lange die Unterstützung vom Bund fließt. Die ist bis zum 31. Dezember 2018 vorgesehen. Danach müssen die Projekte sich selbst finanzieren. "Es ist wichtig, flexible Zeiten in Kitas anzubieten, die den Anforderungen einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt entsprechen und dabei das Kindeswohl nicht aus dem Auge zu verlieren", sagt Yüksel und betont die Nachhaltigkeit. Die wiederum steht natürlich infrage bei einem auf drei Jahre befristeten Konzept. Das weiß auch Pro Multis und befragt im November bei 8000 Eltern den Bedarf und vieles mehr ab. "Wir wecken jetzt Erwartungen, die wir auch nach 2018 erfüllen wollen", sagt Willi Steffens und will nun größere Firmen als Kooperationspartner der Mitarbeiter oder als Sponsoren gewinnen.

Quelle: RP
 
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