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Mönchengladbach
Die Garderottis gehen in ihre elfte Session

Mönchengladbach. Die Kultsänger der Großen Rheydter Prinzengarde sind ein Aushängeschild des Mönchengladbacher Karnevals. In der neuen Session treten sie in einer neuen Besetzung auf. Entstanden ist die Gruppe einst als ein Zufallsprodukt. Von Christian Lingen

Schwarz-weiße Kilts sind ihr Markenzeichen und längst sind sie nicht mehr nur eine Marke in der Stadt. Die Garderottis der Großen Rheydter Prinzengarde haben sich zu einem Aushängeschild des Mönchengladbacher Karnevals gemausert und treten unter anderem beim Karnevalsempfang im Landtag auf. Als am Ende der vergangenen Session bekannt wurde, dass Frontmann Hans-Peter Jonen kürzer treten möchte und Chorsänger Ralf Winkels das Quartett verlassen wird, machten schnell Gerüchte über das Aus der vier Kultsänger die Runde. "Da war nie etwas dran", sagt Michael Dahl, neben Jonen der zweite Frontmann. Die Garderottis machen weiter und sind nun zu fünft. Michael Dahl und Jochem Enzenmüller bleiben aus der alten Stammbesetzung dabei, Hans-Peter Jonen singt hin und wieder auch mit, und Mark Stockums und Sascha Gahse kommen neu hinzu.

"Wir haben ein Casting veranstaltet. Fünf Sänger haben sich vorgestellt und wir haben uns dann für Sascha entschieden", sagt Michael Dahl. Mark Stockums kam durch Jochem Enzenmüller neu in die Formation. Enzenmüller singt nicht nur im Karneval, sondern ist auch Vorsitzender des Männergesangsvereins Wickrathberg. "Wir kennen uns schon lange. Ich sang früher im Männergesangsverein Wickrath", sagt Mark Stockums, der nun neben Michael Dahl der zweite Frontmann ist. "Es geht nicht nur ums Singen. Eine Band muss auch immer harmonieren", sagt Enzenmüller. Die beiden Neuen verfügen über reichlich Bühnenerfahrung. "Ich bin seit zwölf Jahren in der Coverband Insideout", sagt Stockums. Und Sascha Gahse spielt seit seinem achten Lebensjahr Schlagzeug und war schon in mehreren Bands aktiv. Auf die Musik der Garderottis wirkt sich das nur gering aus. "Wir haben fünf neue Lieder einstudiert. Zwei davon sind etwas rockiger", kündigt Jochem Enzenmüller an. Das liegt jedoch nicht an den zwei neuen Mitgliedern. "Die Karnevalsmusik ist in den vergangenen Jahren jünger und fetziger geworden. Sie entwickelt sich weiter", sagt Michael Dahl. Den Trend nehmen die Garderottis auf. Ihren ersten Auftritt in der neuen Session werden sie bei der Proklamation haben. Damit alles klappt, treffen sie sich regelmäßig im Wohnzimmer von Michael Dahl zum Üben. Dabei gehen dann jedes Mal mehrere Tüten Gummibärchen drauf. Spaß am Karneval haben Mark Stockums und Sascha Gahse jede Menge. Stockums ist passives Mitglied der KG Wanloer Ströpp und Gahse gehört seit 2010 der Großen Rheydter Prinzengarde an. "In der Session 1989/90 war ich Kinderprinz bei Halt Uut Pesch", erzählt er.

Entstanden sind die Garderottis aus einem Zufall. "Bei der Jubiläumssitzung zum 70. Geburtstag der Garde gab es ein Loch von zehn Minuten. Sechs Gardisten haben es durch eine Gesangseinlage überbrückt", erinnert sich Michael Dahl an die Geburtsstunde der Gruppe. Als sie merkten, dass das mit dem Singen richtig gut klappt, gründeten sie die Garderottis. "Wir haben seitdem rund 400 Auftritte gemacht. Für diese Session haben wir schon 20 Termine fest", erzählt Jochem Enzenmüller. Weil die Farben der Rheydter Prinzengarde schwarz-weiß sind, ließen sich die Sänger zur Weihnachtsfeier 2011 aus einer Laune heraus schwarz-weiße Kilts machen. Sie sind zu ihrem Markenzeichen geworden.

In dieser Session feiert die Rheydter Garde ihr 80-jähriges Bestehen. Dazu wird es im Jubiläumsbuch, das nur für Gardisten zu haben ist, eine CD der Garderottis geben. Ihre Fans müssen aber nicht traurig sein. "Gegen eine Spende kann man die CD bei uns bekommen", sagt Michael Dahl. Und für fünf Euro gibt es bei den Sängern den neu aufgelegten Anstecker der Band. Denn nicht nur die Garde feiert Geburtstag. Die Garderottis haben jeckes Jubiläum und gehen in ihre elfte Session.

Quelle: RP
 
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