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Mönchengladbach
Die Gesichter des Stadtschützenfestes

Mönchengladbach: Die Gesichter des Stadtschützenfestes
Natascha und Jörg Pauen: Sie sind auf dem Werbeplakat für das Stadtschützenfest abgebildet. Entstanden ist das Foto am Tag der Verlobung. FOTO: Mario Winkler
Mönchengladbach. Der eine organisiert die Musik für das Stadtschützenfest, der andere lächelt zusammen mit seiner Ehefrau auf dem Werbeplakat. Und dann sind da noch Vater und Sohn aus Neuwerk. Sie tragen am Samstag ihr ganz privates Duell aus. Von Christian Lingen

Es wird wieder der große Höhepunkt der Schützensaison und viele Freunde des Sommerbrauchtums haben daran Spaß. Das Stadtschützenfest wird am Wochenende bis zu 50.000 Besucher in die Gladbacher City locken. Rund 2500 Schützen und Musikanten werden sich aktiv beteiligen. Alles ist organisiert, damit alle Beteiligten unbeschwert feiern können. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert? Wer sorgt dafür, dass die Musiker wissen, wann sie wo welchen Marsch zu spielen haben? Wer lächelt da von den Werbeplakaten, die überall im Stadtgebiet hängen? Und wer sind eigentlich die beiden Schützen, die beim Vogelschuss auf dem Kapuzinerplatz am Samstag ihr ganz persönliches Duell austragen werden?

Hans-Josef Heupts ist der Musik-Chef: Von ihm erfahren die Musikanten, wer wo und wann spielt. Er organisiert auch schnell Ersatz, wenn's notwendig ist. FOTO: H.-J. Katz

Da ist zum Beispiel Hans-Josef Heupts. Er gehört der St. Apollinaris Bruderschaft Hardterbroich an. Dort war er schon einmal Prinz, König und gleich mehrfach Minister diverser Majestäten. Seit Mitte der 1960er-Jahre trägt er die Uniform seiner Schützengruppe. Manchmal tauscht er sie auch gegen eine gräuliche Jacke. Dann tritt er als Mitglied des Bruderrates in Erscheinung. Da ist er seit 1980 dabei. Der Bruderrat, das ist der Vorstand des Bezirksverbands der Schützen aus Mönchengladbach, Rheydt und Korschenbroich. Beim Stadtschützenfest kümmert sich Hans-Josef Heupts um die Musik. "Nach Karneval schicke ich den Kapellen, die im Vorjahr dabei waren, Verträge zu, die dann auch relativ zügig unterschrieben zurückkommen", erzählt er. Kurz vor dem Stadtschützenfest erfahren die Musikanten von ihm, wer wann wo spielt. "Fällt mal eine Kapelle aus, lässt sich durch Kontakte schnell ein Ersatz organisieren. Das ist zum Beispiel in diesem Jahr der Fall", erzählt Heupts. Natürlich wird er am Wochenende auch mit dabei sein. Prominent in Erscheinung treten wird er aber nicht.

Das tut dafür seit einige Wochen Jörg Pauen. Na ja, eigentlich eher ein Foto von ihm und seiner Ehefrau Natascha. Das prangt nämlich auf dem Werbeplakat des Stadtschützenfestes, das überall im Stadtgebiet hängt. Entstanden ist es schon vor drei Jahren. "Es war der Tag unserer Verlobung. Der Heiratsantrag fand am Sonntag des Stadtschützenfestes 2014 im Dicken Turm statt", erinnert sich Pauen. Es sei der glücklichste Tag seines Lebens gewesen. Dass er und seine damals künftige Ehefrau kurz danach auf Fotograf Mario Winkler trafen, war Zufall. Winkler hielt das Paar im Bild fest. "Wir sind beide aktive Schützen, ich in Kleinenbroich, meine Frau in Hermges", erzählt Jörg Pauen, der auch noch passives Mitglied bei den Schützen aus Stadtmitte und Hermges ist. Im Bruderrat engagiert er sich als zweiter Kassierer.

Zwei Könige aus Neuwerk. Dazu noch Vater und Sohn: Wilfried und Björn Rippegarten wollen Bezirkskönig werden. FOTO: Björn Rippegarten

Wenn am Samstag beim Vogelschuss um die Würde des Bezirkskönigs die Majestäten der Bruderschaften und Vereine auf den Holzvogel zielen, dann sind zwei Könige aus Neuwerk dabei, die ganz nebenbei auch noch ihr ganz privates Duell austragen. Wilfried Rippegarten ist der König der St. Barbara Bruderschaft Neuwerk. Björn Rippegarten regiert die St. Maria Junggesellen Bruderschaft Neuwerk. Ist der gemeinsame Nachname Zufall? Nein. Die beiden sind Vater und Sohn. "Mein Vater wollte unbedingt König werden. Da ich das auch einmal werden wollte, haben wir beide in Neuwerk auf den Vogel geschossen und sind in unseren Bruderschaften König geworden. Das gab es im Stadtteil schon lange nicht mehr", erzählt Björn Rippegarten. Sein Großvater Hans Rippegarten ist auch aktiver Schütze, läuft aber altersbedingt nicht mehr bei Umzügen mit. Das Neuwerker Schützenfest hat die Familie natürlich besonders genossen. Für Samstag haben Vater und Sohn ein klares Ziel: "Wir möchten, dass einer von uns Bezirkskönig und der andere Minister wird. Aber das wird schwer. Die Reihenfolge des Schießens wird ja ausgelost", erzählt Björn Rippegarten.

Quelle: RP
 
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