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Mönchengladbach
Die Gladbacher sind begeistert vom Minto

Mönchengladbach: Die Gladbacher sind begeistert vom Minto
FOTO: Ilgner Detlef (ilg)
Mönchengladbach. Der Tag begann mit einer schlimmen Nachricht - und endete mit einer überaus gelungenen Premiere für das neue Einkaufszentrum. Von Jan Schnettler und Ralf Jüngermann

Der Tag, der ein Feiertag für Shopping-Center-Betreiber Mfi und für die Gladbacher Innenstadt werden sollte, begann mit einem Schock. Drei Spanier, angestellt bei den Mode-Labels Desigual und Mango, die auf dem Weg ins Minto waren, zählten zu den Todesopfern der in den Alpen abgestürzten Germanwings-Maschine. Und so begann der Tag, an dem die ersten knapp 5000 Menschen zum ersten Mal das Minto inspizierten, mit Fassungslosigkeit und einer Schweigeminute. "An diesem Tag wird uns allen klar, wie irrelevant die Dinge in Wahrheit sind, mit denen wir uns hier heute beschäftigen", sagte Mfi-Vorstandsmitglied Ulrich Wölfer.

Es war Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners vorbehalten, die Balance zu halten, den Übergang zur fröhlichen Eröffnungsfeier zu finden. Er fasste all seine Eindrücke zur Weite des Raumes, zur Qualität der Innenarchitektur, zu den vielen, spannenden Details mit einem einzigen Wort zusammen: "Boah!" Und dann sprudelten sie, die ersten Einschätzungen der Ehrengäste. Der Herr über rund 75 europäische Shopping-Center, Christophe Cuvillier, der Vorstandsvorsitzende von Unibail-Rodamco, dem Hauptanteilseigner von Mfi, der aus Paris gekommen war, ist sich sicher: "Ein Center wie das Minto gibt es nirgends sonst." Und der am meisten gesagte Satz des Abends war schließlich dieser: "So schön hatte ich mir das Minto nicht vorgestellt."

Die eindrucksvollen, neun Meter hohen Shop-Fassaden, die über zwei Geschosse bis zur Decke mäandern - das gibt es in Europa sonst nur in London. Die geschwungenen Sichtachsen. Das lichtdurchflutete Interieur mit warmem, freundlichem Touch. Der bunte, große und doch gemütliche Restaurantbereich. Die besondere Topographie, die dafür sorgt, dass drei der vier Geschosse von einem Eingang ebenerdig zu erreichen sind. Die Ruhezonen, die das Center wie kleine Oasen sprenkeln. Und dann erst dieser verrückte Blumen-Baum in der Mitte, 18 Meter hoch, aus 12 Tonnen Stahl, beleuchtet, duftend und mit einer unfassbaren Artenvielfalt. Kein überdimensionierter billiger Jakob ist das Center, sondern wertig und ansprechend. Seit gestern ist klar: Das Minto hat beste Chancen, nicht nur ein normales Einkaufscenter, sondern ein ganz außergewöhnliches "Lebens-Center" zu werden. So formulierte es bei seiner Eröffnungsansprache Christophe Cuvillier.

Mönchengladbach: Das Minto von oben FOTO: Theo Titz

Das Vier-Sterne-Konzept, das für die Besucher den Komfort und die Aufenthaltsqualität eines Vier-Sterne-Hotels garantieren soll, greift sicht- und spürbar an jeder Ecke. Von den 104 Ladenlokalen sind noch nicht alle geöffnet: Superdry etwa ist nicht rechtzeitig fertig geworden, auch das Restaurant Burgerista öffnet erst in rund drei Wochen. 98 Läden werden beim offiziellen Startschuss heute um 8 Uhr geöffnet sein, lediglich vier Shops sind noch nicht vermietet. Die Auslastungsquote von 97,3 Prozent nannte Mfi-Vorstand Ulrich Wölfer "außergewöhnlich hoch". Dass dem Center ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird wie dem in Recklinghausen, wo in den ersten drei Wochen eine Million Besucher kamen, kann man sich nach den gestrigen Eindrücken gut vorstellen. Oberbürgermeister Reiners hofft dies ausdrücklich: "Das zu erwartende Verkehrschaos nehme ich gerne in Kauf. Ehrlich gesagt hoffe ich darauf, dass die Anzeigen der Parkhäuser ständig eine Vollauslastung anzeigen." Zu den ersten Minto-Gästen gehörten Patrick Herrmann, Max Eberl und Rolf Königs von Borussia, die beiden hochgelobten Architekten Gerhard Wittfeld und Kilian Kada sowie jede Menge Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaftsleben. Auch zu den nun zunächst zu erwartenden Leerständen an der Hindenburgstraße äußerten sich Oberbürgermeister Reiners und die Mfi-Verantwortlichen. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass durch so eine Aufwertung auch ins Umfeld schnell viel Bewegung kommt", sagte Reiners. Wölfer, der die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, der Politik, der Wirtschaftsförderung und der Feuerwehr lobte, sagte, es sei Ziel von Mfi, dass auch das Umfeld profitiere. Die Minto-Eröffnung wurde mit einigen Überraschungen inszeniert. Es gab Livemusik von Laith Al-Deen und Rolf Stahlhofen ("Söhne Mannheims"), eine Zaubershow von Julius Frack, als DJs waren Noah Becker, der Sohn von Tennislegende Boris, sowie Phil Fuldner geladen. Und in der Restaurantzone "Deli" bereitete Sternekoch Nelson Müller Köstlichkeiten zu. Bis 23 Uhr waren die Läden offen. Heute zur offiziellen Eröffnung werben viele mit speziellen Rabatten und Schnäppchen. Bei Lascana präsentieren zwei Models als "lebendige Schaufensterpuppen" die heißesten Sommertrends und kommunizieren mit den Besuchern über Sprechblasen.

Fazit nach den ersten sechs Minto-Stunden also: Mit der vollkommen gelungenen Außen- und Innenarchitektur, dem Shop-Mix und dem großen Service-Angebot wie beispielsweise Gratis-WLAN im gesamten Center könnte das Minto schnell zu einem neuen Wohnzimmer der Gladbacher werden. Und nicht nur der. Ulrich Wölfer ist überzeugt: "Für dieses Center kommen die Leute auch aus Holland und Düsseldorf."

 

Mönchengladbach: Das Minto bei Nacht FOTO: Theo Titz
Quelle: RP
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