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Mönchengladbach
Die Hasenmalerin

Mönchengladbach: Die Hasenmalerin
Der Hase ist immer und überall. Und jetzt benutzt Friederike Hinz Hasenschwänzchen zum Auftragen der Farbe. So entstehen feinste Malereien - Blumen und Gräser - wunderschön. FOTO: Busch/privat
Mönchengladbach. Seit Jahren beschäftigt sich Friederike Hinz mit dem Hasen. Sie malt ihn, sieht ihn in Objekten - und manchmal ist er unsichtbar. Von Inge Schnettler

Zum Osterfest hat sie ein neutrales Verhältnis. An den Osterhasen glaubt sie aber. Ganz fest. Das muss sie auch, schließlich ist Friederike Hinz die Hasenmalerin. Seit 1979 malt sie Hasen. Damals studierte sie im ersten Semester Visuelle Kommunikation in Düsseldorf. "Ich ahnte nicht, dass mich der Hase all die Jahre faszinieren und beschäftigen würde." Tat er aber - und tut es bis heute. Auf unterschiedlichste Weise.

In einer Rundum-Installation hat sie etwa die Sichtweise des Hasen dargestellt. Der Hase hat als Fluchttier eine komplette Rundumsicht. Er sieht allerdings nur zehn Prozent genau vor sich und zehn Prozent genau hinter sich wirklich klar. Alles andere ist verwischt. Auf großformatigen Bildern, die im Kreis angeordnet sind, zeigt sie malerisch, wie der Hase die Welt sieht - unscharf in weiten Teilen, scharf nur in zwei Segmenten - genau geradeaus und exakt hinter sich.

In alten Scheren entdeckte sie den Hasen. Auf Sackleinen machen sie sich echt gut. Die Schneiden werden tatsächlich zu Hasenohren. Und seit einiger Zeit malt sie mit Hasenfell. Ja, ehrlich. Statt der Borsten sitzen auf ihren Pinselstielen puschelig-weiche Schwänzchen vom süßen Langohr. Damit ist die Künstlerin in der Lage, feinste Blumen und Gräser zu malen. Bemerkenswert. "Das ist auch nicht ganz einfach", sagt sie. Sie zwirbelt die zarten Härchen zu einer Spitze und nimmt damit die Farbe auf, die sie dann auf feinem Aquarellierpapier aufträgt.

Kein Hasen-Thema ist der Künstlerin fremd. So bringt sie den kopulierenden Hasen gleich serienmäßig ganz groß raus, sie setzt den Hasen aufs rote Sofa, es gibt einen Hasen im Raumanzug auf dem Mond, es gibt den in roter Wolle eingestrickten Hasen, sie malt panisch fliehende, schutzlose Hasenmassen auf riesige Leinwände.

Vor 19 Jahren ist Friederike Hinz - nach dem Studium in Düsseldorf und Aufenthalten in München und Italien - zurückgekehrt in ihr Elternhaus, den Brandhof in Lüttelforst. Idylle pur. Unglaublich. Und natürlich hoppelt immer mal wieder ein Hase über das Grundstück. Der wird sich in der Nähe der Hasenmalerin sauwohl fühlen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse: www.kunstschule-brandshof.de

Quelle: RP
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