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Mönchengladbach
Die Industrie putzt sich heraus

Mönchengladbach: Die Industrie putzt sich heraus
Auch beim Odenkirchener Textilmaschinenhersteller Trützschler machte die Tour gestern Abend Station. FOTO: Reichartz
Mönchengladbach. Zur "Langen Nacht der Industrie" öffneten gestern mehrere Unternehmen auch in Gladbach ihre Tore für Besucher. Von Christian Lingen und Jan Schnettler

So voll ist es auf dem Parkplatz am Geroweiher nur selten. Gestern Abend tummelten sich dort rund 300 Mönchengladbacher, um bei der Langen Nacht der Industrie dabei zu sein. Mit sechs Reisebussen à 50 Teilnehmern ging es für die Besucher bei drei Touren zu sechs Mönchengladbacher Unternehmen. Zur Wahl standen eine Tour zu Rhenus Lub und Trützschler, eine zweite zur SMS Group und Zalando sowie eine dritte zu Aunde und Scheidt & Bachmann. Ebenso ging es vom Geroweiher aus zum Niersverband in Viersen, des Weiteren wurde die Firma Mühlhäuser von Krefeld aus angefahren. Am Niederrhein nahmen insgesamt somit 1500 Menschen an der Aktion teil.

Unterwegs gab es für die Teilnehmer Informationen zur Aktion, die vor allem dazu dient, der Bevölkerung nahe zu bringen, warum die Industrie ein so wichtiger Zweig der Wirtschaft ist. Unser Bus besuchte unter anderem den Textilmaschinenbauer Trützschler. Weil die Reise erst einmal quer durch die Stadt führte, gab es gewisserweise eine Stadtrundfahrt gratis dazu. Vor Ort erfuhren die Teilnehmer zunächst etwas über die Historie des Odenkirchener Unternehmens - und dass die Maschinen in die ganze Welt exportiert werden. Seit der Firmengründung im Jahr 1888 hat sich natürlich einiges verändert. Wie modern das Unternehmen heute ist, sahen die interessierten Besucher dann bei der großen Führung durch die Hallen des Unternehmens an der Duvenstraße.

Die Mitarbeiter präsentierten dabei, wie die Maschinen im Einsatz funktionieren und welche verschiedenen Arten von Maschinen es überhaupt gibt. Bis ein Textilhersteller nämlich das fertige T-Shirt oder die fertige Hose im Geschäft an den Kunden verkaufen kann, durchlaufen die Stoffe viele verschiedene Stationen von der Anlieferung des Rohmaterials bis zur Fertigstellung der zur Verarbeitung geeigneten Garne.

In den Produktionshallen sahen die Teilnehmer schließlich, wie die Maschinen überhaupt hergestellt werden. Dabei geht es mal richtig technisch zu, wenn es zum Beispiel um den Einbau von Platinen für computergesteuerte Elemente geht. Mal sieht es richtig handwerklich aus, wenn es um den Bereich der Metallverarbeitung und die Herstellung von Verkleidungen für die Maschinen geht. So richtig interessant war vor allem ein Blick in das Innenleben. Nach rund 90 Minuten ist der Besuch beim Odenkirchener Textilmaschinenhersteller dann auch schon wieder vorbei, und die Reisegruppe besteigt wieder die Busse, um zum nächsten Unternehmen zu fahren.

Die Fahrt geht weiter nach Rheindahlen, zu Rhenus Lub. Kühlschmierstoffe, Hochleistungsschmierfette und Spezialöle stehen auf dem Portfolio des Unternehmens, das sogar noch auf eine etwas ältere Geschichte verweisen kann als Trützschler: Bereits 1882 wurde Rhenus Lub von Wilhelm Schlafhorst gegründet. Seitdem hat sich allerdings einiges verändert: Industrie 4.0 wird bei der Firma des Adenauer-Enkels Max Reiners großgeschrieben.

Bei dem Rundgang durch Ölfabrik und Fettfabrik erfahren die Besucher, dass Rhenus-Produkte in einer Vielzahl von Branchen zum Einsatz kommen - ob bei Automobilherstellern, in Bergbau und Chemie, in Flugzeugbau, Futtermittelindustrie oder Medizintechnik. Ein Auszug aus der Kundenliste ist entsprechend namhaft - von Bosch über die Deutsche Bahn und Ford bis hin zu Siemens und ThyssenKrupp ist alles dabei.

Quelle: RP
 
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