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Mönchengladbach
Die Kinderprinzengarde wird 55 Jahre alt

Mönchengladbach. In dieser Session feiert die Kinderprinzengarde närrisches Jubiläum. Rund 130 Auftritte warten auf die Kinder, die in blau-weißen Uniformen die kleinen Tollitäten begleiten. Hervorgegangen ist die Garde aus den Roten Funken Rheydt. Von Christian Lingen

Spricht man im Mönchengladbacher Karneval von der Prinzengarde, dann denken die meisten wohl zuerst an die Schwarz-weißen aus Rheydt oder die Rot-grauen aus Gladbach. Was so mancher schon einmal vergisst: Es gibt auch die in Blau und Weiß. Und das seit 55 Jahren. In dieser Session feiert die Kinderprinzengarde närrisches Jubiläum und stellt ganz nebenbei in Prinz Philipp I. und Prinzessin Anna-Leonie das Kinderprinzenpaar der Stadt. Rund 130 Auftritte absolvieren die Jungen und Mädchen pro Session und zeigen dabei neben dem traditionellen "Stippeföttche" auch immer einen neuen Sessionstanz.

Dass die Garde heute blau-weiße Uniformen trägt, ist nicht selbstverständlich. Angefangen hat die Garde in rot-schwarz. 1935 gab es in der damaligen Stadt Rheydt zum ersten Mal ein offizielles Stadtkinderprinzenpaar. Um es zu unterstützen, verzichteten die Rheydter Gesellschaften damals darauf, eigene Kinderprinzenpaare zu stellen. Hans Pitz, der 1958 Geschäftsführer des Rheydter Karnevalsausschusses wurde, vertrat die Meinung, dass das Kinderprinzenpaar eine eigene Garde haben müsse. Als Präsident der Roten Funken Rheydt rief er 1961 in seiner Gesellschaft eine Kindergarde ins Leben: die Geburtsstunde der heutigen Kinderprinzengarde. In der folgenden Session begleiteten die kleinen Gardisten in rot-schwarzen Uniformen zum ersten Mal das Rheydter Kinderprinzenpaar. 1964 trat die Garde erstmals mit dem Stippeföttche-Tanz auf, der seitdem bei keinem Auftritt fehlen darf. Bei der Proklamation des Kinderprinzenpaars stellte die Garde einen Elferrat. Ex-Kinderprinzen übernahmen bei dieser Veranstaltung von 1964 bis 1982 alljährlich das Amt des Präsidenten.

Weil die Auftritte immer mehr wurden, gliederten die Roten Funken die Garde aus und machten sie zu einer selbstständigen Gesellschaft. 1965 wurde die Garde das jüngste Mitglied im Karnevalsausschuss und nannte sich "Rheydter Kindergarde". Als Betreuer der Kinder fungierten Mitglieder aus allen Rheydter Gesellschaften. Um die Kinder zu unterstützen, verkaufte man Förderkarten mit der Aufschrift "Mit 5 Mark dabei". Im Laufe der Jahre trat die Garde auch auswärts in Köln, Aachen, Roermond und Eupen auf. 1973 wurde die Garde um eine Mädchentanzgruppe erweitert. Gründervater Hans Pitz fungierte in den ersten Jahren als ihr Vorsitzender. Nach der kommunalen Neuordnung übernahm die Garde auch im Karnevalsausschuss für die Stadt Mönchengladbach, dem Vorgänger des heutigen MKV, die Aufgabe, das Stadtkinderprinzenpaar zu begleiten. Wegen der Umstrukturierung gab man sich 1977 den Namen "Kinderprinzengarde Mönchengladbach".

Da das Kinderprinzenpaar die Farben des MKV trägt, bekam auch die Kinderprinzengarde 1983 neue Uniformen. Seit damals treten die jungen Gardisten in blau und weiß auf. Die Vereinsfarben rot-schwarz wurden jedoch beibehalten und zieren heute die Uniformen und Mützen der erwachsenen Mitglieder. Ein Jahr später übernahm die Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach die Patenschaft über die Nachwuchskarnevalisten. Seit 2002 ist Hans-Joachim Hering, den Kinder nur Hajo nennen, Chef der Kinderprinzengarde. Im MKV fungiert er als Hofmarschall des Kinderprinzenpaars. Neben Auftritten bei Sitzungen gehören vor allem Besuche in Schulen und Kindergärten, in Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen zu den Aufgaben der Garde. Höhepunkt ist stets der eigene Empfang in der ausverkauften Burggrafenhalle. Das Programm gestaltet die Garde zu großen Teilen aus den eigenen Reihen. Die Playbackshow der Kinder hat Kultstatus erreicht. Am Sonntag nun feiert die Garde ihr jeckes Jubiläum.

Quelle: RP
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