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Mönchengladbach
Die kleine Leonie spielt mit den Delfinen

Mönchengladbach: Die kleine Leonie spielt mit den Delfinen
Bianca Belgardt wünscht sich für ihre Tochter Leonie Hintzen eine weitere Reise zu den Delfinen. Zu den Tieren soll das Mädchen einen besonderen Draht haben. Belgardt ist überzeugt: Die Therapie mit den Meeressäugern wirkt. FOTO: Reichartz
Mönchengladbach. Vor Jahren hat das schwerbehinderte Mädchen sehr von der Delfin-Therapie profitiert und Fortschritte in ihrer Entwicklung gemacht. Leonies Mutter hofft nun auf weiteres kleines Wunder. Von Angela Rietdorf

Leonie liegt im Bett, zugedeckt mit einer Bettdecke mit Delfinmuster. Die Zehnjährige liebt Delfine. Die freundlichen Meeressäuger erreichen das schwer mehrfach behinderte Mädchen auf eine Art und Weise, wie es Menschen nicht können.

Dreimal bereits hat Leonie die Delfine im Wasser erlebt, sie gestreichelt, ihnen Bälle zugeworfen, sich von ihnen durchs Wasser schieben lassen. Hinterher konnte Leonies Mutter Bianca Belgardt echte Entwicklungsfortschritte feststellen: Leonie hat Vertrauen zu anderen Menschen gefasst, ist erste Schritte gegangen und ruhiger geworden.

Leonie wurde, anders als ihr Zwillingsbruder Leon, mit dem Downsyndrom geboren. Beide Kinder wurden als Frühchen bereits in der 31. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt geholt. Während Leon gesund ist, hatte Leonie mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen: Sie war taub, sie konnte nicht laufen und nicht essen. Heute - zehn Jahre später - hat sich einiges geändert: Sie wird immer noch mit einer Magensonde ernährt, aber sie hat ein Cochlea-Implantat, mit dem sie hören kann. "Sie mag das aber gar nicht", sagt ihre Mutter. "Sie ist immer sehr unruhig, wenn sie es trägt." Sie kann immer noch nicht allein laufen, aber ein paar Schritte machen oder sich festhalten. Am Arm ihrer Mutter kommt sie vorwärts. Ihre ersten Schritte hat sie während der Delfin-Therapie 2010 auf Curaçao gemacht - ein großer Moment für die ganze Familie. Dennoch ist das Leben für Leonie und ihre Mutter nicht einfacher geworden. "Leonie wird immer schwerer", sagt Bianca Belgardt. "Ich brauche inzwischen allein eine Stunde morgens, um sie anzuziehen und für die Schule fertigzumachen." Leonie besucht die Herman-van-Veen-Schule in Wickrath. Und: Leonie ist autoaggressiv, sie verletzt sich selbst. "Ständig schlägt sie mit dem Kopf hin und her", erklärt ihre Mutter. "Oft hat sie blaue Flecken im Gesicht." Woher diese Autoaggression und Unruhe kommen, wissen weder Familie noch Ärzte. Aber Bianca Belgardt ist sich sicher, dass eine weitere Reise zu den Delfinen ihrer Tochter helfen würde. Auch bei den vorherigen Malen ist sie deutlich ruhiger und ansprechbarer geworden. Allerdings ist die Delfintherapie teuer: 12.000 Euro werden diesmal benötigt. Das Gute: 5000 Euro liegen noch auf dem Spendenkonto, das auf Leonies Namen bei Dolphin Aid, der Organisation, die Delfin-Therapie anbietet, eingerichtet wurde. Das Schlechte: Das Geld fließt in einen allgemeinen Topf, wenn es nicht bald für Leonie eingesetzt wird. Leonies Mutter hofft nun auf weitere Spenden, um ihrer Tochter ein weiteres Mal die Reise und den Aufenthalt bei den Delfinen zu ermöglichen. "Leonie hatte sofort Kontakt zu den Delfinen, sie hat sie gestreichelt, und ein Delfin hat ihr die Brille wieder gebracht, die ihr ins Wasser gefallen war", erzählt Bianca Belgardt von der ersten Begegnung. Die Beschäftigung mit den Delfinen wird bei der Therapie als Belohnung eingesetzt, wenn die jeweiligen kleinen und großen Patienten gut mit den Therapeuten gearbeitet haben. Das wirkt.

Wer helfen möchte, Leonie ein weiteres Mal die Delfin-Therapie zu ermöglichen und damit vielleicht zu einem nächsten Entwicklungsschritt und zu einem kleinen Wunder beizutragen, kann spenden. Die Spenden sollten an Dolphin Aid gehen, Verwendungszweck (immer angeben) Leonie Hintzen, IBAN: DE52 3005 0110 0020 0024 24).

Quelle: RP
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