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Mönchengladbach
Die Stadt mit Kinderaugen sehen

Mönchengladbach. Geschichte muss nicht langweilig sein. Erst recht nicht, wenn das Münster und die Stadtmauer die Kulissen bilden. Von Eva Baches

Erwartungsvoll sieht Eva (3) ihrem Ausflug entgegen. Sie muss noch ein wenig auf den Osterhasen warten. "Zu uns kommt er erst am Montag", erklärt ihr Vater Uwe Gerards. Also eine gute Gelegenheit, vorab etwas über den Osterhasen zu lernen, und vielleicht hat er das ein oder andere Ei ja doch schon versteckt. Stadtführerin Britta Heß beginnt den Rundgang an der alten Stadtmauer am Geroweier. "Das Osterfest ist ein Frühlingsfest und auch ein christliches Fest", sagt sie mit dem Blick auf das Münster.

Das ist auch das nächste Ziel der Führung. An der Hand der Mutter erklimmt Eva die steilen Stufen. Im Münster weist Britta Heß auf den besonderen Boden hin. "Das sind alles Druckplatten. Weißt du, wie das funktioniert? Hast du schon mal mit Kartoffeln gedruckt?", fragt sie. Eva schüttelt den Kopf. "Man schnitzt etwas in eine Kartoffel und bemalt sie dann mit Farbe und presst sie auf Papier", erklärt die Stadtführerin. Im Klostergarten stehen Spiele auf dem Programm.

Das erste ist Wettkullern. Britta Heß packt bunte Eier aus, und Eva darf sich eine Farbe aussuchen. "Natürlich pink", sagt Evas Mutter Melanie und lacht. "Das Ei, das zuerst unten ist, gewinnt." Zuerst ist der Abstand nicht groß, doch dann gewinnt das orange Ei. Die Eltern steigen mit ein, und Papa Uwe muss sich geschlagen geben. Eva hat riesigen Spaß und rennt immer wieder den Hang hinab, um ihr Ei zu holen. Dann geht's um das gute, alte Eiertitschen. Britta Heß nimmt ein Ei und hält es Eva entgegen. "Jetzt hauen wir unsere Eier aneinander. Das Ei, das ganz bleibt, gewinnt", erklärt sie. Der Punkt geht an Eva. Dann probiert Mama Melanie ihr Glück, diesmal muss sich die kleine Eva geschlagen geben.

Auf dem Weg zum Museum Abteiberg, erzählt Britta Heß, was es mit dem Osterhasen auf sich hat. "Der Hase ist das erste Tier, das man im Frühling sieht. Er ist auch ein Symbol der Fruchtbarkeit. Der Hase wurde der griechischen Göttin Aphrodite und der germanischen Göttin Ostera zugeordnet." Und warum haben wir zu Ostern bunte Eier? "Zur Fastenzeit mussten die Menschen auf vieles verzichten. Aber die Hühner legten trotzdem Eier. Die wurden dann haltbar und mit Roter Bete kenntlich gemacht. "

An der Stadtmauer wird noch einmal gespielt. Eierlauf! Erst mag Eva nicht so richtig aber als ihre Eltern die erste Runde drehen, nimmt sie den Wettbewerb gegen den Vater auf. Alle haben Spaß, und der Osterhase war tatsächlich frühzeitig unterwegs gewesen, um für Eva ein paar Eier zu verstecken.

Quelle: RP
 
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