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Mönchengladbach
Die Vision der wachsenden Stadt

Mönchengladbach: Die Vision der wachsenden Stadt
Planungsdezernent Gregor Bonin bei der Arbeit: Er erklärt Zuhörern sein Konzept "mg + Wachsende Stadt". FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Der zweite Mönchengladbacher Immobilien- und Investorendialog zeugt vom neuen Selbstbewusstsein Mönchengladbachs. Bau- und Planungsdezernent Gregor Bonin will vieles in der Stadt verändern: "Die Zeit ist reif." Von Angela Rietdorf

Es ist heiß in der alten Maschinenhalle im Monfortsquartier, draußen scheint die Sonne von wolkenlos-blauem Himmel. Drinnen wird die Kleiderordnung schnell gelockert: die Jacketts hängen über den Stuhllehnen und die Redner sind eher hemdsärmelig unterwegs. Das ist symptomatisch, denn auch das Thema, mit dem sich die etwa 150 Teilnehmer beschäftigen, ist heiß. Es geht um Immobilien und Investoren, Image und Visionen. Es geht um die Zukunft der Stadt.

Die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein hatte eingeladen zum zweiten Mönchengladbacher Immobilien- und Investorendialog. Thema der Veranstaltung: Aus Alt mach Neu - neue Perspektiven für alte Standorte. Ein Thema, maßgeschneidert für die gegenwärtige, von allen Seiten als dynamisch wahrgenommene Entwicklung Mönchengladbachs. Maßgeschneidert auch für den Veranstaltungsort, denn das Monfortsquartier ist ein besonders gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Revitalisierung eines alten Industriestandorts. Die alte Maschinenhalle mit der Sammlung historischer Textilmaschinen gehört zu den Schmuckstücken unter den Event-Locations der Stadt. "Ein solches Quartier zu entwickeln ist anspruchsvoller als ein Neubau", erklärt Dr. Erich Bröker vom Vorstand des Eigentümers Jagenberg AG. "Aber hier kommt die Seele der Gebäude zum Ausdruck."

Eine solche Wiederbelebung und Umnutzung historischer Bausubstanz ist auch in anderen Zusammenhängen möglich und angedacht. Bei der sogenannten Panzerhalle auf dem Remegelände beispielsweise. "Die Panzerhalle ist ein Stück großartige Architektur und sollte erhalten bleiben", sagt Bau- und Planungsdezernent Gregor Bonin, als er seine Ideen vom Konzern Stadt, dem Mönchengladbach der Zukunft und einigen der zur Neugestaltung anstehenden Innenstadtgebiete darlegt. Stadtplanung sei ein Produkt wie Nivea, führt er aus. Die Stadt müsse sich als Konzern sehen, in dem auch die städtischen Töchter wie EWMG oder WFMG ihren Platz haben. Alle sollen an einem Strang ziehen: Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Stadtgesellschaft: "Beim Kampf um Kapital und Köpfe muss der Wille da sein zu gewinnen."

In der Planungskultur verlangt er Offenheit, Verbindlichkeit und Tempo. An einigen Innenstadtgebieten zeigt er, wohin die Reise der Stadt in die Zukunft gehen soll. Auf dem zentral gelegenen Maria Hilf-Gelände, das 2018 an die Stadt zurückfällt, soll schon 2019 gebaut werden. Einbezogen werden unter Umständen das angrenzende Schulgelände und das Verwaltungsgebäude der Stadt an der Aachener Straße. Andere Projekte stehen im Zeichen des Wassers, das in die Stadt zurückgeholt werden soll. "Mönchengladbach trägt das Wasser schließlich im Namen", sagt Bonin. Die Erweiterung des Geroweihers gehören ebenso zu diesen Projekten wie der geplante See in der City Ost und sogar der erst in einigen Jahrzehnten entstehende See im Tagebau Garzweiler. "Wir müssen hin zum Besonderen", ist der Baudezernent überzeugt und sagt mit Blick auf den See in der City Ost: "Die ständige Frage nach den Kosten tötet die Kreativität."

Besonders soll auch die Skyline der Stadt werden. Der Baudezernent sieht die Möglichkeit, Hochhäuser zu errichten: zum Beispiel am Berliner Platz, als Gegenpol zur Kaiser-Friedrich-Halle, wie im Masterplan vorgeschlagen oder auf dem Gelände des Hauses Westland. "Wir sind in Gesprächen mit dem Investor", sagt er. Und was geplant ist, soll schnell umgesetzt werden. "Die Zeit ist reif", meint Bonin.

Quelle: RP
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