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Mönchengladbach
Digitalisierung als Chance begreifen

Mönchengladbach. Laut einer neuen Studie sehen 91 Prozent der hiesigen Unternehmen in dem Trend eine große Chance. Von Sebastian Bergmann

Die zunehmende Digitalisierung der Welt schreitet mit großen Schritten voran. Dessen sind sich auch die Unternehmen in der Region bewusst. Sie sehen in der Digitalisierung eine große Chance für den Standort Deutschland. "Wir befinden uns in der Frühphase eines Megatrends. Die Unternehmer in Mönchengladbach sehen die Chancen, aber auch die Risiken der Digitalisierung", sagt Kai Uwe Schmidt, Niederlassungsleiter Firmenkunden der Commerzbank Mönchengladbach.

Grundlage für seine These ist die von der Commerzbank initiierte Studie "Management im Wandel: Digitaler, effizienter, flexibler!", die von TNS Infratest durchgeführt und in der 4000 mittelständische Unternehmen bundesweit und 149 Unternehmer aus der Region zum Thema Digitalisierung befragt wurden. Das Ergebnis: Knapp jedes sechste Unternehmen in Mönchengladbach und Umgebung nutzt schon heute überdurchschnittlich stark das Potenzial digitaler Technologien - unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße. Allerdings wurde auch festgestellt, dass bei den meisten Unternehmen derzeit noch Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung höher auf der Agenda als Investitionen in Wachstum und Innovation stehen.

Mittelständische Unternehmen in der Region Mönchengladbach haben das Potenzial der Digitalisierung erkannt: Eine breite Mehrheit von 91 Prozent der hiesigen Unternehmer und Manager sieht in der zunehmenden Digitalisierung eine "große Chance" für den Industriestandort Deutschland. Gut die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) erwartet für die nächsten fünf Jahre generell substanzielles Wachstum. Damit liegt Mönchengladbach knapp fünf Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Die Mehrheit der hiesigen Unternehmen hat die Chancen der Digitalisierung also erkannt, verhält sich dahingehend aber eher abwartend: 67 Prozent der Befragten räumen durchaus selbstkritisch ein, dass der Mittelstand das Thema Digitalisierung derzeit noch eher vernachlässige. Zwei Drittel der Befragten bewegen sich nach eigenem Bekunden in Märkten, die durch starken Verdrängungswettbewerb und immer kürzere Produkt- und Innovationszyklen gekennzeichnet sind. Wichtige Herausforderungen sind aus Sicht der Unternehmer in dieser Situation eher Kostenreduktion und Produktivitätssteigerung (von 49 bzw. 37 Prozent der Befragten in Mönchengladbach und Umgebung genannt) als die Entwicklung von Produkt- und Dienstleistungsinnovationen oder die Erschließung neuer Vertriebswege (jeweils 36 Prozent). "Der Fokus auf Kosten und Effizienzsteigerung ist sicher nie falsch, aber es erscheint sinnvoll, Digitalisierung nicht in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Kosteneffizienz zu betrachten. Traditionelle Unternehmen können hier von Startups lernen, indem sie neue Technologien nicht nur einsetzen, um Produktivitätsfortschritte zu erzielen, sondern auch ganz neue Wege ausprobieren, um neue Kundengruppen und Vertriebswege zu erschließen und neue Angebote zu schaffen", so Schmidt.

Die größten Herausforderungen für die Unternehmen liegen der Studie zufolge in der Komplexität und der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung (52 Prozent), im hohen Investitionsbedarf (50 Prozent), in Datenschutz-Fragen (49 Prozent) und im Fehlen verlässlicher Standards (42 Prozent). All das führt dazu, dass sich viele Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung abwartend verhalten.

Die Ergebnisse der Studie und einen Überblick über bisherige Publikationen können im Internet unter www.unternehmerperspektiven.de abgerufen werden.

Quelle: RP
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