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Mönchengladbach
"Don Juan à la Klez": Packender Auftakt zur Reihe "Musik im Haus"

Mönchengladbach. "Rasend schnell", sagte Georg Schiffer von und in der Deutschen Bank, sei das Auftaktkonzert zu "Musik im Haus" ausverkauft gewesen. Und er freute sich sichtlich, die Kundenhalle proppenvoll erleben zu dürfen. Überhaupt, ergänzte Dorothée Vollmer, sei "Musik im Haus" glänzend angelaufen. Auch die Wohnzimmerkonzerte, so die Vorsitzende vom Verein der Freunde und Förderer der Musik in Mönchengladbach, seien "schon fast ausverkauft". Von Gert Holtmeyer

Kein Zweifel: Der Auftakt mit Helmut Eisel & Jem ist gelungen. Eisel hat sich als hervorragender Klarinettist einen Namen gemacht, in Michael Marx (Gitarre und Stimme) und Stefan Engelmann (Kontrabass) hat er zwei bestens zu ihm passende Mitspieler gefunden. Dass Eisel und Marx verschwägert sind, ist sicher nicht der einzige Grund für die Harmonie des Trios. Stilistisch ist Eisel vielseitig, er versteht sich auf Jazz ebenso wie auf Tango und andere lateinamerikanische Rhythmen. Vor allem aber hat es ihm Klezmer angetan, die Tanz- und Festmusik der der osteuropäischen Juden. Und er gab eine imponierende Kostprobe davon ab, wie stilgerecht er diese Musik zu spielen versteht. Mit perfekter Klarinetten-Technik und vitaler Musikalität demonstrierte Eisel, wie ganz anders als in der Klassik sein Instrument im Klezmer gespielt wird. Es ist nicht nur das eigentümliche Moll mit den zwei übergroßen Ganztonschritten, das der Musik ihre melancholische Note verleiht. Die Tonbildung auf dem Instrument ist eine ganz andere. Die Töne werden von oben oder unten herein gezogen. Dadurch entsteht eine eigentümliche Wirkung, so als ob mit der Klarinette Geschichten erzählt würden. Als ob es keine Klappen gäbe, werden Töne in langen Glissandi langsam miteinander verschmolzen. "Don Juan à la Klez" war das Programm überschrieben. Dabei ging es nicht darum, möglichst viele Mozart-Melodien aus der Oper "Don Giovanni" im Klezmer-Stil darzubieten. Es blieb noch genug Raum für eigene Kompositionen von Eisel und Marx sowie für Klassiker des Genres. Trotzdem: Die Mozart-Klezmer-Symbiose hatte ihren eigenen Reiz, so etwa beim Duett "Reich mir die Hand mein Leben". Eisel und Marx spielten sich witzig die Bälle zu. Marx überzeugte nicht nur als Gitarrist, sondern auch in der Kunst des Scat, der stimmlichen Improvisation mit Silben. Erst nach drei Zugaben ließ das begeisterte Publikum ein Ende des Abends zu.

Quelle: RP
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