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Mönchengladbach
Drei Diven mit Eigenheiten

Mönchengladbach. Morgen wird die Premiere von "Marlene, Judy, Marilyn - Endstation Hollywood"von Roland Hüve und Heinz Hox im Theater gefeiert. Ein Vorbericht. Von Armin Kaumanns

Sie sind drei ganz normale Frauen - soweit man das von Sängerinnen, die sich in ihrer Kunst tagtäglich auf der Theaterbühne entäußern, behaupten kann. Susanne Seefing, Gabriela Kuhn und Debra Hays pflegen als Kolleginnen in der Sopran-Sektion des Musiktheaterensembles einen vertrauten Umgang miteinander. Jedenfalls wirken sie, wie sie da beim Vorgespräch zu "Marlene, Judy, Marilyn - Endstation Hollywood" im Büro der Musikdramaturgin Ulrike Aistleitner auf Polsterstühlen sitzen, gar nicht so divenhaft, wie die drei Stars der Kriegs- und Nachkriegszeit, die sie ab Samstag auf der Bühne des Großen Hauses verkörpern werden. Das Stück ist ihnen auf den Leib geschrieben, denn Autor und Regisseur Roland Hüve, der den Auftrag dazu von der Theaterleitung erhielt, hatte genau die drei Sängerinnen im Kopf, als er das Leben (und Leiden) der Showbiz-Ikonen Marlene Dietrich, Judy Garland und Marilyn Monroe in einen musikalisch-szenischen Abend zusammenbrachte. Natürlich gibt's ein Wiederhören mit weltberühmten Songs wie "Diamonds are a girl's best friends", "Ich bin die fesche Lola" oder "Over the rainbow", der Judy Garland als Dorothy im "Zauberer von Oz" über Nacht berühmt machte. Aber eben auch "etwas Besonders", wie Ulrike Aistleitner es formuliert: nämlich ein richtiges Stück.

Hüve hat aus dem reichlich vorhanden biografischen Material eine fiktive Begegnung gestrickt, die in einer Künstlergarderobe (vielleicht der des Theaters Mönchengladbach) stattfindet. Es sind die Stunden vor dem jeweils letzten Auftritt der Stars. Und die drei Gladbacher Sängerinnen schlüpfen in die Haut ihrer Bühnen-Alter-Egos, um von Ruhm, Reichtum, Depressionen, Drogen und Scheitern zu erzählen. Denn da tun sich erstaunliche Parallelen zwischen den Diven auf, die das höllische Paradies Hollywood prägten wie kaum andere. Natürlich sind die Filme, die Partys, die Drogen, nicht zuletzt auch die Männer Thema im Gespräch der Diven. "Sehr poetisch hat Hüve Authentisches und Fiktion verknüpft", verspricht Aistleitner.

Wesentlicher Moment dieses Abends ist natürlich die Musik. "Als junges Mädchen bin ich mit Songs von Marilyn aufgewachsen", schwärmt die Amerikanerin Debra Hays von ihrem Bühnen-Ich. Dessen Gesangsstil sich wieder anzueignen war für sie allerdings nicht so einfach, schließlich hat sie den klassischen Gesangs-Weg gewählt. Eher schon fühlt sich Gabriela Kuhn eins mit Judy Garland. Der Kinderstar, der später in den USA zum TV-Promi mit großen eigenen Shows wurde, hat nicht nur in etwa die gleiche Körpergröße, auch das Tanzen ist Frau Kuhns Passion. Susanne Seefing, die von Hause aus eher mit einem lyrischen Sopran ausgestattet ist, ist als Marlene Dietrich stimmlich geradezu fehlbesetzt. Aber das tut der Sache keinen Abbruch. "Ja, ich hab's schwer, ich bin ja kein Bariton, aber ich nähere mich eben in der Art des Singens an die Dietrich an", sagt sie. Und alle drei erinnern sich mit Lust an die Probenzeit, in der sie das Stück mit Hüve und Arrangeur Hox entwickeln konnten.

20 Songs werden im Lauf des etwa anderthalbstündigen Abends zu hören sein, wie selbstverständlich werden sie auch im Duo oder Terzett interpretiert. Die Musik stammt - auf die Bedürfnisse der Sängerinnen und dass Abends arrangiert - von Cole Porter, Friedrich Hollaender, Irvin Berlin und vielen anderen. Für die Premiere gibt es übrigens noch Karten.

Marlene, Judy, Marilyn - Endstation Hollywood (UA), ca 90 Minuten, keine Pause. Premiere morgen, 19.30 Uhr, im Theater . Karten Tel. 02166 6151100, www.theater-kr-mg.de

Quelle: RP
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