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Mönchengladbach
Drei Zimbos für einen Schürings

Mönchengladbach. Ein Klub mit Ideenreichtum: Der SV Lürrip begeistert seine Mitglieder mit Stickertütchen, die Sammellust und Tauschfieber auslösen. Von Kurt Theuerzeit

Tauschfieber beim Bezirksligisten SV Lürrip: Seit dem 10. Oktober bietet der Fußballklub Alben und Stickertütchen zum Kauf an. Nach einer Woche waren schon 2800 Stück verkauft, 150 wurden jetzt nachbestellt. Gesucht wird vor allem Torwarttrainer Hartmut Schürings, dessen Bild offensichtlich nur in geringer Stückzahl in den Tütchen zu finden ist. Dagegen haben die Fotos mit Fußballobmann Andreas Zimmermann, Spitzname Zimbo, schon inflationären Charakter. Im Moment muss man für einen Schürings gleich drei Zimbos hergeben.

Das Vereinsleben der Lürriper hat dadurch eine weitere Komponente gefunden, die dem Klub und seinen Mitgliedern noch mehr Identifikationsmöglichkeiten bietet. Man ist stolz darauf, diese Idee als erster Mönchengladbacher Amateurverein erfolgreich realisiert zu haben. Alle Mitglieder der Jugend- und Senioren-Mannschaften sowie die Vorstandsmitglieder sind abgelichtet zu finden, so dass sich derjenige, der sein Album komplett gefüllt hat, jederzeit informieren kann: Welches Gesicht gehört zu welchem Namen? Der Klub lernt sich auf diese Weise kennen.

"Das ist eine tolle Sache, auf die wir sehr stolz sind. Wir haben dadurch im Mönchengladbacher Sport ein Zeichen gesetzt und sind sicher, dass sich unsere Mitglieder jetzt noch intensiver mit dem Verein identifizieren", sagt Vorsitzender Klaus Bockers. Michael Palumbo, Trainer der C1-Junioren, hatte ein ähnliches Projekt bei einem Jugendturnier in Ratheim kennengelernt. Der Vorstand stimmte dem Projekt zu, nachdem klar war, dass der Verein finanziell nicht in Vorleistung treten muss. "Wir leiten die Einnahmen an den Hersteller weiter und erhalten von ihm sozusagen eine Prämie", sagt Palumbo. Er stellte den Kontakt zu der Schweizer Firma her, die für Fotografen sorgte, welche die Bilder und die Alben herstellten.

An einem Wochenende wurde am laufenden Band fotografiert. 370 Bilder entstanden, die dann zu jeweils fünf in ein Tütchen kamen und verkauft wurden. "Vor dem Druck haben wir noch einmal im Team Korrektur gelesen und haben auch nach Fertigstellung keinen Fehler gefunden", freut sich Jugendtrainer Palumbo. Eine zusätzliche Einnahmequelle hat er für den Verein durch eine Sponsorenseite im Album gesichert.

Das Tauschfieber scheint im Augenblick kein Ende zu finden. "Bei den Jugendspielen sind die Eltern eher mit dem Tausch beschäftigt, als sich um ihre Kinder auf dem Platz zu kümmern", hat Palumbo bereits festgestellt. Damit möglichst viele ihre Alben vollständig füllen können, will er in absehbarer Zeit eine Tauschbörse anbieten. "Auch das kann eine Maßnahme sein, das Vereinsleben weiter zu optimieren", sagt er.

Quelle: RP
 
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