| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Drogenhandel im Kiosk: Rauschgift in der Pizzabox

Mönchengladbach. Ohne Ergebnis endete auch gestern ein Prozess vor der Dritten Großen Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts, in dem sich seit Wochen ein Mann (32) aus Sri Lanka wegen Marihuana-Handels verantworten muss, den er in seinem Kiosk an der Lürriper Straße betrieben haben soll. Von Ingrid Krüger

Tatsächlich ist der 32-Jährige bereits vor zwei Jahren verurteilt worden. Doch der Bundesgerichtshof (BGH) hatte der Revision des Angeklagten stattgegeben und das Urteil teilweise aufgehoben. So war der Drogenfall erneut am Mönchengladbacher Landgericht gelandet.

Weil der Angeklagte nicht viel zur Klärung des Falles betrug, waren Zeugenaussagen wichtig. So erinnerte sich auch ein Polizeibeamter, der damals an der Durchsuchung der zweiten Wohnung über dem Kiosk beteiligt gewesen war. In einer Pizzabox habe man im Schlafzimmer damals Rauschgift gefunden. "Da waren 41 Päckchen mit jeweils 20 Gramm Marihuana und vier Päckchen mit zehn Gramm Marihuana drin", so der Polizeibeamte im Gerichtssaal.

Belastet wurde der Angeklagte auch von einer polnischen Kauffrau, die bei der Polizei ausgesagt hatte: "Ich hatte den Blick genau auf den Kiosk. Junge Leute haben es mir selbst erzählt, dass sie dort Marihuana kaufen. Betreiber war der mit der Glatze, und der war auch der Boss". Offenbar meinte die Zeugin bei der Vernehmung bei der Polizei den Angeklagten.

Gestern sollten für den Drogenfall aus den überwachten Telefonaten der Täter Erkenntnisse gewonnen werden. Ein Dolmetscher (60) übersetzte die Texte. Einige Sätze waren auch durchaus verständlich. So hieß es da unter anderem: "Haben Sie das Geld erhalten?" Oder: "Können Sie 25 bringen?" Eine Stimme versprach, "gegenüber eine Versorgungsstelle einzurichten". Und einer antwortete: "Verstanden."

Doch am Ende war der Vorsitzende der Dritten Strafkammer mit der Methode des Dolmetschers nicht einverstanden. Der beendete der daraufhin seine Übersetzer-Tätigkeit. Die Dritte Große Strafkammer will den Drogenprozess nun mit einem anderen Dolmetscher fortsetzen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Drogenhandel im Kiosk: Rauschgift in der Pizzabox


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.