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Mönchengladbach
Ebay-Projekt bringt Händlern 90.000 Euro mehr im Jahr

Mönchengladbach. Im Schnitt wird über die Plattform alle fünf Minuten ein Artikel verkauft. Nach 100 Tagen ziehen die Partner ein positives Fazit. Von Jan Schnettler

Guadeloupe, ein französisches Überseedepartement in der Karibik, ist nicht mal eben um die Ecke. Neuseeland schon gar nicht. Dennoch sind Gladbacher Einzelhändler selbst in solch abwegigen Märkten aktiv - seit genau 100 Tagen mittlerweile. Möglich macht's das Pilotprojekt "Mönchengladbach bei Ebay", das der Internetriese mit dem Projektpartner MG Retail 2020 (selbst ein Projekt der Wirtschaftsförderung und des eWeb Research- Centers der Hochschule) ins Leben gerufen hat. Und das läuft, so die erste offizielle Zwischenbilanz, gut.

Wie Ebay mitteilt, wurden seit dem Startschuss im Oktober schon mehr als 32.000 Artikel verkauft - das ist im Schnitt eine Transaktion alle fünf Minuten. Die mittlerweile 70 teilnehmenden Händler verzeichneten über die Plattform zusammen einen Umsatz von mehr als einer Million Euro. Rechnet man die Umsätze der aktiven Händler (die im Schnitt 450 Artikel über www.mg-bei-ebay.de anbieten) in den ersten drei Monaten hoch, so ergebe sich, dass diese über das Projekt mit einem durchschnittlichen zusätzlichen Jahresumsatz von 90.000 Euro rechnen können.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen nach den ersten drei Monaten gehöre, dass Händler, die direkt mit einem größeren Sortiment online gegangen sind, besonders erfolgreich sind, sagt Stephan Zoll, Deutschland-Chef von Ebay. "Nachhaltiger Verkaufserfolg und echtes Umsatzwachstum der Händler setzten im Rahmen des Projekts in der Regel ab einer online gestellten Anzahl von mindestens 50 bis 100 Artikeln ein. Es sind insbesondere auch kleine Einzelhändler erfolgreich, die es geschafft haben, einen großen Teil ihres Sortiments bei Ebay einzustellen."

Rund 30 der 70 Teilnehmer sind Internet-Neulinge, hatten vorher keinerlei Berührungspunkte mit der Onlinewelt. Verkäufe in 53 unterschiedliche Länder hat es über die Plattform bisher gegeben. Es habe sich gezeigt, dass es für die Händler besonders erfolgversprechend ist, sowohl die Möglichkeit der Abholung von Artikeln im Laden (Click & Collect) als auch die Option des Versands anzubieten, sagt Zoll weiter.

Die vorliegenden Zahlen verdeutlichten den Synergieeffekt zwischen Online- und stationärem Handel, sagt Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. "Die ersten Ergebniszahlen übertreffen alle Erwartungen. Die Durchschnittszahlen sind erheblich besser als die anderer regionaler Marktplatzmodelle in weiteren Städten", fügt Prof. Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule, hinzu. Das Pilotprojekt ist zunächst zeitlich befristet, soll im Erfolgsfall jedoch ausgeweitet werden. WIRTSCHAFT

Quelle: RP
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