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Mönchengladbach
"Eddis Erbe macht Gladbach reich"

Mönchengladbach. Heute um 11 Uhr wird der Edmund-Erlemann-Platz an der Citykirche geweiht. Zehn Gladbacher erklären, warum der frühere Münster-Propst, der vor knapp einem Jahr verstarb, Stadt und Menschen noch immer bewegt.

"Wenn es einen gab, Gottes Botschaft ehrfahrbar zu machen, dann ihn. Sein Lächeln hat mich über Jahrzehnte begleitet. Kennengelernt habe ich ihn schon, als ich Messdiener in Lobberich war. Da war bei uns große Aufregung, weil der große Propst aus Mönchengladbach angekündigt war. Dann ging die Tür auf, und Eddi stand da. Sagte "Hallo, schön, dass Ihr da seid", nahm jeden in den Arm, sprach nette Worte. Seine Herzlichkeit hat jedem gutgetan, der sie erleben durfte." Ulrich Clancett, Regionaldekan

"Wann immer ich ihn erlebt habe, hat mich seine Präsenz sehr beeindruckt. Ich kenne wenige Menschen, die so sehr da sind, egal, womit sie sich beschäftigen. Da hat er keine Unterschiede gemacht, egal, mit wem er zu tun hatte. Es war toll, zu erleben, wie er zum Beispiel auf Kinder zugegangen ist. Egal, in welcher Funktion man ihn sah: Er hatte immer Menschen um sich herum. Für viele Mönchengladbacher war er ein jahrzehntelanger wichtiger Begleiter durch ihr Leben." Hans-Wilhelm Reiners, Oberbürgermeister

"Edmund ist am selben Tag gestorben wie meine Mutter. Ich bekam beide Todesnachrichten innerhalb von drei Stunden. Tief beeindruckt hat mich seine positive Radikalität in der Begegnung mit Menschen - und das ein Leben lang. Ich habe ihn aus so unterschiedlichen Perspektiven erlebt: als Kind, als Heranwachsender, als Mitglied des Pfarrgemeinderates, als Freund. Und in all diesen Phasen war tiefe Verbundenheit." Bernhard Stein, CDU-Ratsherr

"Eddi war eine Persönlichkeit, die den Menschen immer mit einem Lächeln begegnet ist. Sein Spruch ,Kampf mit versöhntem Herzen' war sein Leitspruch, auch wenn er in der Sache nicht immer mit seinem Gegenüber übereinstimmte. Er war den Menschen zugewandt und hatte immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen, egal ob klein oder groß und ohne Wertung der gesellschaftlichen Position. Er war streitbar der Sache wegen, aber er konnte auch versöhnen. Eddi hat den Glauben an jeden einzelnen Menschen nie verloren." Wilfried Reiners, Volksverein

"Edmund Erlemann war ein sehr freundlicher, den Menschen zugewandter und auf sie zugehender Mensch. Und er war ein sehr guter Seelsorger. Deswegen war es nicht einfach, sein Nachfolger als Propst zu sein. Er hatte eine ungewöhnliche Präsenz. Wir haben - und das meine ich sehr liebevoll und mit großem Respekt - das Hase-und-Igel-Spiel gespielt. Wohin auch immer ich kam, war er schon längst gewesen. Es hat mich sehr froh gemacht, die Gemeinde zu übernehmen, die er aufgebaut hatte, denn sie war so, wie ich mir Kirche vorstelle: selbstständig, mit großer Eigenverantwortung und ohne Pfarrerfixierung." Dr. Albert Damblon, Pfarrer in St. Benedikt

"Es war wohl Frühjahr 1994, dass es eine Demo gegen Abschiebung gab, diese begann auf der Hindenburgstraße und der Start verzögerte sich, weil der mir damals unbekannte Redner fehlte. Dann kam "Eddi" und entschuldigte seine Verspätung: "Ich musste noch eine Familie aus dem Kirchenasyl über die Grenze nach Holland in Sicherheit bringen." Ziviler Ungehorsam unter den Augen der Polizei zugegeben - von einem Mann der Kirche. Das hatte ich noch nie erlebt! Und so sind meine Erinnerungen an "Eddi" dadurch geprägt, dass er seinen Glauben immer gelebt hat." Thorben Schultz, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat

",Sehen, urteilen, handeln", verband Edmund Erlemann in seinem Lebenswerk. Ob Volksverein, TaK, Arbeitslosenzentrum, Tagestreff für Wohnungslose, Flüchtlingshilfe, Eddis Erbe macht das arme Mönchengladbach reich. Die Würde aller Menschen verteidigte er radikal. Seine Botschaft "Teilen macht reich" verbindet Verantwortung, Gerechtigkeit und Liebe. Ihr zu folgen gibt Frieden, bewahrt die Schöpfung und Hoffnung auf die Ewigkeit." Karl Sasserath, Grüne, Arbeitslosenzentrum

"Eddi war ganz Mensch, butterweich zum anderen Mensch, knallhart in der Sache. Er fehlt, aber in seinem Geist geht es im TaK weiter. Und er konnte ganz wunderbar aus der Bibel erzählen. Er las nicht vor, er erzählte und erreichte damit Leute, die sehr lange nichts mit der Bibel zu tun hatten." Klaus Baarges, ehrenamtlicher Mitarbeiter TaK

"Er war ein Mensch, wie Jesus ihn wollte. Er hat jeden so angenommen, wie er war. Er schien keinen Zeitdruck zu kennen und war im Gespräch immer voll dabei und nie mit den Gedanken woanders." Schwester Coelia

"Er war wie eine Brücke zwischen Armen und Reichen. Er hat niemanden ausgeschlossen. Das haben die Menschen gespürt. Es ist auch jetzt immer noch so, dass immer frische Blumen an seinem Grab stehen." Schwester Imelda

Quelle: RP
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