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Mönchengladbach
Eier-Weitwurf für den Kunstrasen

Mönchengladbach: Eier-Weitwurf für den Kunstrasen
Hans-Joachim Vetten und Thomas Evers (v.l.) von den Sportfreunden Hehn betonen, dass nur Eier geworfen werden, die nicht mehr zum Verzehr geeignet sind. FOTO: Ilgner Detlef
Mönchengladbach. Die Sportfreunde Hehn richten die Deutschen Meisterschaften im Eier-Weitwurf aus, um ihr Bauprojekt zu finanzieren. Von Georg Amend

Von der grünen Kuhwiese in Hehn zur Weltmeisterschaft nach England - geht das? Das geht. Zumindest in der Spaßsportart Eier-Weitwurf, in der die DJK Sportfreunde Hehn am Samstag, 28. April, die Deutschen Meisterschaften ausrichten - gemeinsam mit der "World Egg Throwing Federation", und ja, die gibt es wirklich. Das Gewinnerteam der Profi-Klasse in Hehn ist dann als Deutscher Meister qualifiziert für die Weltspiele, die im Juli in Swaton (Lincolnshire) in England stattfinden - klar, auf einem Eiland. Geworfen wird mit rohen Eiern, die nicht mehr zum Verzehr geeignet sind.

Doch nicht nur für Profis ist der Eier-Weitwurf in Hehn gedacht, jeder kann teilnehmen. Denn der Verein will mit dieser Aktion einen Teil des Geldes einnehmen, den er zum Bau seines Kunstrasens benötigt. Wie berichtet, muss der Klub selber 100.000 der insgesamt 730.000 Euro Baukosten aufbringen - das will er mit Sponsoren, Spenden und Aktionen erreichen, eine davon ist eben die Deutsche Eier-Weitwurf-Meisterschaft.

Die Idee dazu hatte Thomas Evers, der bei den Sportfreunden in der Vereinsentwicklung tätig ist. "Vor zwei, drei Jahren wollte ich mit ein paar Freunden etwas Lustiges machen", erzählt Evers. "Ich habe erst an diese Schottenspiele mit Baumstammwerfen und -zersägen gedacht, und bin dann im Internet auf die World Egg Throwing Federation gestoßen. Auf der Seite stand auch ein Kontakt zum Präsidenten des Deutschen Verbandes. Den habe ich damals angesprochen, und wir sind in Kontakt geblieben. Jetzt, wo unser Verein 60. Geburtstag feiert und wir Geld für den Kunstrasen aufbringen müssen, war die richtige Zeit für dieses Event", sagt Evers, der Mitglied im Organisationsteam der DJK zur Eier-Weitwurf-Meisterschaft ist.

Eigentlich wollten die Hehner - Achtung: nicht Hühner (!) - die Eier tatsächlich auf dem Rasenplatz werfen, der den Kunstrasen erhalten soll. "Da gab es aber eine Terminkollision", berichtet Evers. So findet der Wettkampf nun direkt neben dem Pfarrheim auf einer Wiese statt, die Vereinspräsident Hans-Joachim Vetten gehört und auf der sonst Kühe weiden. "Die fressen die Eier danach gerne auf", sagt Evers, dem eines besonders wichtig ist: "Es werden nur Eier geworfen, die nicht mehr zum Verzehr geeignet sind. Faul sind sie zwar auch nicht, aber wir werden sicherlich keine frischen Lebensmittel vernichten."

Das Ziel des Weitwurfes ist ohnehin, dass das Ei heil bleibt. Ein Werfer und ein Fänger stehen sich zunächst in einem Abstand von zehn Metern gegenüber. Wird das Ei innerhalb von drei Versuchen unversehrt aufgefangen, wird der Abstand um zehn Meter vergrößert - das geht so lange, bis ein Team gefunden ist, das die weiteste Distanz überbrückt hat. Der Weltrekord liegt im Übrigen bei knapp 89 Metern, ein neuseeländisches Team stellte ihn am 11. März auf. Lang genug für solche Weiten wäre die Wiese in Hehn, fraglich ist allerdings, ob sich hier jemand findet, der nicht nur diese Entfernung werfen kann, sondern auch einen Partner dabei hat, der über genug Gefühl verfügt, das rohe Ei aus dieser Distanz unbeschadet zu fangen.

Neben der Profi-Klasse gibt es noch die Amateure, getrennt in Frauen und Männer (alle ab zwölf Jahren), die Klasse kann bei der Registrierung beliebig gewählt werden, als Startgeld erhebt die DJK Hehn zehn Euro pro Person. Auch für Kinder bis zwölf Jahre wird ein Wettbewerb angeboten. Das Gewinnerteam der Amateurklasse sichert sich den Titel Stadtmeister. Neben dem Weitwurf gibt es noch einen Staffel-Wettbewerb mit acht Personen, die nacheinander fünf Eier über zehn Meter in möglichst kurzer Zeit zu werfen und zu fangen haben. Als dritte Disziplin gibt es das Eier-Roulette: Hier sitzen sich zwei Spieler mit je sechs Eiern gegenüber, von denen fünf gekocht sind und eines roh ist. Abwechselnd wählen die Spieler ein Ei aus und stoßen es sich an die eigene Stirn - wer als Erstes das ungekochte erwischt, hat verloren.

Die Wettbewerbe dauern von 10 bis 17 Uhr, die Sportfreunde sorgen für Getränke und Verpflegung und laden anschließend zur Eierwurf-Party ins Pfarrheim, vor dem es später noch ein Feuerwerk geben wird. Ein würdiger Rahmen auch für den neuen Deutschen Meister, der zur WM nach England fahren darf.

Quelle: RP
 
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