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Mönchengladbach
Ein Abend mit Obamas Halbschwester

Mönchengladbach: Ein Abend mit Obamas Halbschwester
Stolze Sportler: Bei der Verleihung des "Act Now"-Jugend-Awards wurden auch die Jugendtrainer des JuDjuSu-Jitsu Karate-Vereins geehrt. Vorsitzende Birgit Reimers (2. v. l.) begleitete sie, die Laudatio hielt Auma Obama (4. v. l.). FOTO: KN
Mönchengladbach. Die Jugendtrainer des JuDjuSu-Jitsu Karate-Vereins wurden jetzt in Berlin für ihr soziales Engagement ausgezeichnet. Die Laudatio auf sie hielt bei der Verleihung des "Act Now"-Jugend-Awards niemand Geringeres als Auma Obama. Von Tim Specks

Es gibt Momente, die sind so surreal, dass man erst Tage später begreift, was eigentlich geschehen ist. Eine Preisverleihung im Berliner Friedrichstadt-Palast zählt ohne Zweifel zu diesen Augenblicken. Zumal, wenn man selbst Nominierter ist, vor über 2000 Menschen geehrt wird und die Laudatio von Auma Obama, der Halbschwester von US-Präsident Barack, gehalten wird. Die Jugendtrainer des JuDjuSu-Jitsu Karate-Vereins aus Mönchengladbach haben genau das erlebt.

Rückblick. Im Jahr 2007 gründeten ein paar Sportbegeisterte in Sasserath einen Karateclub. Ihr Ziel: Kein Hau-drauf-Verein sein, sondern sich vom Klischee eines Prügelclubs abheben. Gewaltprävention wird im Vereinsprogramm seit jeher groß geschrieben. "Wir arbeiten nur mit Trainern, die nicht nur zuschlagen können, sondern vor allem auch ein Lächeln auf dem Gesicht tragen", erklärt Birgit Reimers, Vorsitzende des Vereins. Deshalb sei es auch immer wieder schwierig, passendes Personal zu finden. Auch die Altersstruktur im Verein ist etwas speziell: Der Club arbeitet auch mit Senioren zusammen, doch die jüngsten Mitglieder sind erst drei Jahre alt. Trotz - oder gerade wegen - dieses besonderen Konzepts verzeichnete der Verein seit seiner Gründung beeindruckenden Zulauf. Mittlerweile zählt der Club über 500 Mitglieder.

Neben Judorollen und Gesundheitsförderung steht beim Sasserather Karate-Verein auch soziales Engagement auf dem Programm, besonders bei den Jugendtrainern. "Wir leben die Inklusion, bei uns trainieren beispielsweise auch Kinder, die im Rollstuhl sitzen. Wir haben auch als Verein überlegt, wie wir den Flüchtlingen in Gladbach helfen können. Dann sind wir durch die Flüchtlingsheime gegangen und haben den Menschen unseren Verein vorgestellt", so Birgit Reimers. Einige Flüchtlingskinder trainieren mittlerweile regelmäßig im Verein mit. Vom Engagement ihrer meist noch sehr jungen Trainer war Reimers so begeistert, dass sie ihren Verein für die Verleihung des "Act Now"-Jugend-Awards vorschlug.

Mit diesem Preis werden junge Menschen geehrt, die sich für andere starkmachen. Initiatorin des von der Sauti Kuu Foundation vergebenen Preises ist US-Präsidenten-Halbschwester Auma Obama, Schirmherr ist Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer vom FC Bayern. "Wir haben gar nicht damit gerechnet, nach Berlin eingeladen zu werden", so Reimers. Doch es kam anders: Der Verein gehörte zu den drei Finalisten in der Kategorie "Special Award" und wurde schließlich mit dem zweiten Platz geehrt.

Zurück in den Friedrichstadt-Palast in Berlin. "Auf der Bühne zitterten uns die Beine", sagt Birgit Reimers. Die Laudatio in ihrer Kategorie hielt Auma Obama sogar selbst. "Eine interessante Frau. Und wenn man forsch ist, bekommt man sogar ein Foto mit ihr", sagt Birgit Reimers. Den Abend, an dem unter anderem auch der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, Sängerin Nena und Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann im Friedrichstadt-Palast zu Gast waren, wird wohl keiner der Jugendlichen vergessen. "Alle waren Gewinner, allein dadurch, dass sie nominiert waren", sagt Birgit Reimers.

Quelle: RP
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