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Mönchengladbach
Ein Ausschuss namens Feuerwehr

Mönchengladbach. Das Rathaus prüft noch die Containerzwischenlösung für den Feuerwehr-Neubau. Von Andreas Gruhn

Die Mönchengladbacher Feuerwehr bekommt jetzt einen eigenen Ausschuss im Rat der Stadt. Eigentlich gibt es den schon längst, er hieß bisher Umweltausschuss und hat sich auch um alle Fragen rund um das Thema Feuerwehr gekümmert. Er soll aber nicht mehr länger nur Umweltausschuss, sondern demnächst "Umwelt- und Feuerwehrausschuss" heißen. Und weil das die Ratsmehrheit aus CDU und SPD namens GroKo beantragt hat, kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass es auch so kommt. Ob bei der Feuerwehr Freudentaumel ausbricht, obwohl sich eigentlich gar nichts ändert außer einer Bezeichnung, die im Grunde nur im Sprachgebrauch unter Verwaltungsrechtlern und Politikern verwendet wird, ist noch offen.

"Gemessen am öffentlichen Interesse sowie an der finanziellen Relevanz der Feuerwehrangelegenheiten im städtischen Haushalt ist die Erwähnung dieses Bereiches bereits im Namen des Ausschusses angezeigt", heißt in dem Antrag der GroKo. "Darüber hinaus soll gewürdigt werden, dass die Themenfelder der Feuerwehr - wie zum Beispiel Brandabwehr, präventiver Brandschutz, Rettungsdienst oder Katstrophenschutz - für die Mönchengladbacher Bürgerinnen und Bürger einen hohen Stellenwert besitzen."

Letztere Erkenntnis war angesichts des stillen Protests um einen nicht umgesetzten Feuerwehr-Neubau am Stockholtweg noch nicht bei allen Feuerwehrleuten angekommen. Dort müssen Feuerwehr und Rettungsdienst seit vielen Monaten in alten Baracken ausharren, weil ein seit langem beschlossener und geplanter Neubau nicht umgesetzt wurde. Mit einem Streichelzoo aus Kuscheltieren protestierten die Feuerwehrleute auf dem Grundstück leise.

Weil der Abriss des Vorgängergebäudes sehr zügig vonstattenging, der Neubau allerdings nicht einmal geplant ist, bleibt nur eine Zwischenlösung. Die soll aber bis zum Beginn eines Neubaus der Wache - laut Planungsdezernent Gregor Bonin vermutlich spätestens 2019 - durch eine neue Zwischenlösung ersetzt werden: Ein Teil der als Wohncontainer für Asylbewerber angeschafften Container könnte zum Stockholtweg transportiert und nutzbar für Feuerwehr und Rettungsdienst gemacht werden. "Es wird aber auch noch geprüft, ob es kostengünstiger wäre, neue gebrauchte Container zu besorgen, die für Rettungsdienst und Feuerwehr geeignet sind", sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Bis die Entscheidung gefallen ist, könnte der Umwelt- und Feuerwehrausschuss schon längst seinen neuen stolzen Namen tragen.

Quelle: RP
 
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