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Heimat entdecken in Mönchengladbach
Ein Auswanderer erinnert sich an seine Jugend in Mönchengladbach

Mönchengladbach. Eine Theorie der Gehirnforschung besagt, dass Menschen sich besser an Dinge erinnern, wenn sie diese mit Emotionen verknüpfen. Je stärker die Gefühle in einem bestimmten Moment sind, desto leichter fällt es dem Gehirn später, sich an Dinge zu erinnern. Von Tim Specks

Die ersten Jahre im Leben von Achim Kopatz müssen sehr emotional gewesen sein. Der gebürtige Mönchengladbacher lebt in der australischen Hauptstadt Canberra, doch noch heute erinnert er sich detailgenau an Erlebnisse, die sich während seiner Kindheit in Mönchengladbach in sein Gedächtnis einprägten.

Es sind vor allem die Straßen und Bauwerke der Stadt, an die sich Kopatz selbst nach Jahren fern der Heimat erinnert: "Nie werde ich vergessen, wie ich in den 1980er Jahren als Kind mit meiner Mutter bei C&A einkaufen ging und die scheinbar unerklimmbare Hindenburgstraße hinauflaufen musste." Selbst Bauwerke, die heute nicht mehr im Gladbacher Stadtbild zu finden sind, leben in den Erinnerungen des Wahl-Australiers weiter: "Damals gab es das Stadttheater in seiner ursprünglichen Funktion - bevor es zum Musicaltheater wurde, leerstand und abgerissen wurde."

Eins hat Achim Kopatz mit fast allen ausgewanderten Mönchengladbachern gemeinsam: die Erinnerungen an die Borussia. Der 39-Jährige verknüpft einen der emotionalsten Momente seines Lebens mit der Fohlenelf: "Das erste Date mit meiner australischen Frau hatte ich damals in Hamburg - und zwar im Volksparkstadion, als Borussia den Hamburger SV mit 2:1 geschlagen hat. Im Nachhinein ganz schön unromantisch als erstes Date, aber die Liebe hält nun schon seit zwölf Jahren. Also war die Idee vielleicht doch nicht so schlecht." Seit jenem Spiel im Jahr 2003 verbindet Kopatz und seine Frau die Liebe zum Verein. In Australien zeigt Kopatz diese Liebe, wo er nur kann. "Meine Borussia-Kappe ist im australischen Sommer immer dabei, die Raute klebt stolz hinten auf dem Auto, und im Büro bin ich garantiert der Einzige mit Borussia-Kaffeebecher."

Im Büro, das heißt im Fall von Achim Kopatz im australischen Bildungsministerium. Seit dreieinhalb Jahren arbeitet er dort und setzt sich für sozial Benachteiligte ein.

Auch wenn sein Lebensmittelpunkt heute in "Down Under" liegt, bleibt Achim Kopatz seiner Heimat verbunden: "So vergänglich diese Erlebnisse auch waren, meine Liebe zu Mönchengladbach - allen vorannatürlich zu Borussia - ist geblieben."

Quelle: RP
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