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Mönchengladbach
Ein Drittel der Autos fährt mit schlechter Beleuchtung

Mönchengladbach: Ein Drittel der Autos fährt mit schlechter Beleuchtung
Lichttest bei der Faba-Autowelt: Kfz-Meister Thomas Franken stellt die Scheinwerfer neu ein. Das ist in vielen Werktätten jetzt kostenfrei. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Es ist nicht schwierig, Autos mit fehlerhafter Beleuchtung zu finden. Von Angela Rietdorf

Die Polizeibeamten, die an der Krefelder Straße gegenüber des neuen Polizeipräsidiums Aufstellung genommen haben, winken rasch die ersten Fahrzeuge an den Straßenrand: Ein BMW, bei dem nur ein Scheinwerfer funktioniert, ein Lieferwagen, bei dem das Abblendlicht nicht in Ordnung ist, ein Taxi, das ebenfalls mit nur einem funktionstüchtigen Scheinwerfer unterwegs ist. "Wir würden noch viel mehr finden, wenn es schon dunkel wäre", ist Frank Mund, Präsident des Kfz-Gewerbes NRW, überzeugt. Die Zahlen sprechen für sich: Bei der Licht-Test-Aktion im vergangenen Jahr war die Beleuchtung bei mehr als 37 Prozent der überprüften PKW fehlerhaft.

Seit 61 Jahren starten Polizei, Verkehrswacht und Kfz-Gewerbe zu Beginn der dunklen Jahreszeit die Aktion Licht-Test. Dabei setzt die Polizei auf Kontrollen, um das Problembewusstsein zu schärfen. "Verkehrsunfälle passieren nicht schicksalhaft, sie haben Gründe", sagt Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. Einer der Gründe kann eben eine mangelhafte Beleuchtung sein. Ein Auto, das einäugig unterwegs ist, kann schnell für ein Motorrad gehalten werden. Aber der Scheinwerfer muss nicht immer kaputt sein, um ein Risiko darzustellen - er kann auch falsch eingestellt sein und dadurch entweder die Straße nicht ausleuchten oder den Gegenverkehr blenden.

Letzteres ist gerade auf Landstraßen eine große Gefahr, die noch zunimmt, weil die Scheinwerfer immer leistungsstärker werden. Inzwischen sind bis zu 30 Prozent der Neuwagen mit Laserlicht ausgerüstet. Das leuchtet die Straße locker 150 Meter weit aus, falsch eingestellt blendet es jedoch wie ein landendes Flugzeug. Um es aber richtig zu justieren, benötigt man eine spezielle Ausrüstung, die nur im Fachbetrieb vorhanden ist. Lange vorbei die Zeit, in der man die Scheinwerfer selbst einstellen und gegebenenfalls auch mal ein Birnchen austauschen konnte. Ein defekter Laserscheinwerfer kann nur komplett ausgetauscht werden, das kostet schon mal 3000 Euro.

Aber der Licht-Test, den die Betriebe im Oktober anbieten, ist kostenfrei, und auch die Mängel lassen sich im Allgemeinen deutlich kostengünstiger beseitigen. "Häufig sind die Fehler schnell behoben und nur, wenn Ersatzteile eingebaut oder umfangreiche Einstellarbeiten notwendig sind, fallen Kosten an", erklärt Frank Mund. Der Test kostet Autofahrer also erst einmal nur Zeit, nämlich 15 Minuten. Wenn alles in Ordnung ist, dokumentiert die Lichtplakette 2017 die einwandfreie Funktion der Beleuchtung. Wer einen Meisterbetrieb für den Licht-Test sucht, findet ihn unter www.licht-test.de.

Quelle: RP
 
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