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Mönchengladbach
Ein halbes Jahrhundert Schulgeschichte in einem Film

Mönchengladbach. Um 50 Jahre Schulgeschichte in einen Film zu packen, haben Cornelia und Claudia Sandig alles gegeben: Monatelang haben die beiden Schwestern das Archiv des Gymnasiums Odenkirchen durchsucht, Filmmaterial aus Privathaushalten gesichtet und digitalisiert, das Geschehen katalogisiert, Szenen ausgewählt und die verschiedenen Momentaufnahmen anschließend zusammengeschnitten. Ganze 30 Stunden Filmmaterial haben sie auf diese Weise bearbeitet. Herausgekommen ist ein Film, der in etwa 90 Minuten kapitelweise Impressionen aus dem Schulleben zeigt. Lehrerausflüge sind dabei, Abiturfeiern, Festakte, Jubiläen und Studienfahrten, aber auch die Herstellung der Stundenpläne auf der alten Steckwand und der Alltag einer Schulklasse werden gezeigt. Von Marei Vittinghoff

Den Film haben die Schülerinnen anlässlich der Projekttage des Gymnasiums vom 28. bis zum 30. September letzten Jahres erstellt, angeregt dazu hatte sie ihr ehemaliger Lehrer Peter Hörchens. Das Engagement der Schwestern ging aber weit über die drei Tage hinaus: Bereits in den Sommerferien hatten sie mit der Planung angefangen, saßen während der Projekttage teilweise bis 3 Uhr nachts im kleinen Computerraum unter dem Dach der Schule und arbeiteten bis zur Fertigstellung des Film Ende Januar in ihren Freistunden und am Wochenende unermüdlich weiter. "Es war wirklich spannend, Lehrer, die wir heute noch kennen, in den alten Filmen wiederzusehen", erzählt die 18-jährige Abiturientin Claudia Sandig. "Witzig war es beispielsweise auch, dass bei allen Studienfahrten jemand mit einem lustigen Hut dabei war. Bei jeder Hut-Szene haben wir darum eine passende Motiv-Musik unterlegt".

Um auch allen ehemaligen Schülern und Lehrern einen Blick in die Vergangenheit zu ermöglichen, ging es anschließend mit Hilfe von Lehrer Michael Walbergs in die Produktion des Films. Für fünf Euro pro Stück können die fertigen Filme seitdem im Sekretariat bei Renate Oellers, in der Odenkirchener Buchhandlung "prolibri" oder bei Claudia und Cornelia Sandig selbst erworben werden. Fast 300 Exemplare konnten die Schwestern schon verkaufen. Das Ergebnis: eine stolze Summe von 1400 Euro.

Das Geld wollten die Schülerinnen aber nicht selbst behalten. "Letztes Jahr hatten wir eine Infoveranstaltung des Vereins ,Hilfe für Burkina Faso' in der Schule. Dafür wollten wir spenden", sagt die 15-jährige Cornelia. Der Verein, der 1984 im Anschluss an eine 14-tägige Begegnung zwischen Schülern des Gymnasiums Odenkirchen und Schülern aus Ouagadougou - die Hauptstadt Burkina Fasos - gegründet wurde, konnte unter anderem bereits ein Wasserrückhaltebecken, Gartenbauprojekte und Erste-Hilfe-Stationen realisieren. Der Bau einer Grundschule sowie eines Gymnasiums in der Gemeinde Soaw zählen ebenfalls zu den Erfolgen von "Hilfe für Burkina Faso". Dank Claudia und Cornelia kann das "Lycée" nun bald um vier dringend benötigte, Klassenzimmer erweitert werden. "Wir wollten für etwas spenden, das einen langfristigen Zweck und einen Schulbezug hat", erklärt Claudia. "Das passt dann auch wieder zu unserem Filmprojekt".

Quelle: RP
 
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