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Mönchengladbach
Ein Kletterturm für das Josefshaus: Mit kleinen Summen Großes erreichen

Mönchengladbach. Schwester Stefanie Kallenborn ist ein Mensch, der begeistern kann. "Wenn ich einen Banker treffe, dann lasse ich ihn nicht so einfach wieder gehen", sagt die vinzentinische Ordenschwester und stellvertretende Leiterin des St. Josefshauses in Hardt und lacht. Getroffen hat sie Franz Meurers, Vorstand der Volksbank, und ihn für die Arbeit in der Einrichtung für behinderte Menschen begeistert. Gemeinsam haben sie ein Projekt ausgeheckt, das den Jugendlichen im Josefshaus zugutekommt, zum Helfen innovative Wege nutzt und so den Prinzipien des Ordensgründers Vincent de Paul entspricht. Crowdfunding heißt das Zauberwort. Von Angela Rietdorf

Auf dem Gelände des St. Josefshauses ist kräftig gebaut worden in den letzten Jahren. Im Juni ist gerade wieder ein neues Haus fertig gestellt. Hier leben 22 Menschen mit Behinderung: elf Erwachsene und elf Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Noch sind die jungen Menschen mit Behinderung dabei, sich einzuleben und heimisch zu werden in den neuen, bunt und fröhlich anmutenden Räumen. "Wir haben hier kleine Einheiten, damit sich die Mitarbeiter den Jugendlichen intensiv widmen können", erklärt Leiterin Dagmar Rudy. "Schon das gemeinsame Essen kann manchmal eine Herausforderung sein." Aber egal ob mit oder ohne Behinderung - alle Kinder und Jugendliche haben einen Drang nach Bewegung. "Wenn sie aber auf einen Spielplatz wollen, muss sie jemand begleiten", sagt Rudy. Dafür ist nicht immer Zeit, und deshalb soll im Garten eine Möglichkeit, sich zu bewegen und zu erproben, geschaffen werden. Ein Kletterturm, der zu einer Kletteranlage ausgebaut werden kann, soll her. Und die Finanzierung läuft über das Crowdfunding.

Crowdfunding funktioniert nach dem Prinzip, dass viele kleine Spenden zum Schluss eine große Summe ergeben. Weil die Volksbank mit im Boot ist, geht das sogar noch schneller. "Pro fünf Euro Spende legen wir zehn Euro drauf", verspricht Volksbänker Meurer. Fünf Euro sind ein für jeden Spender überschaubarer Betrag. "Das ist das vinzentinische Prinzip", erklärt Schwester Stefanie. "Jeder soll sich nach seinen Möglichkeiten für Menschen, die Hilfe brauchen, einsetzen." 3300 Euro für den Kletterturm sollen bis zum 1. Dezember zusammenkommen. Wird mehr eingesammelt, lässt sich der Turm problemlos zu einer größeren Kletteranlage erweitern. Dass die Schallmauer von 3300 Euro durchbrochen wird, ist nicht unwahrscheinlich. "Bisher haben wir bei Crowdfunding-Projekten immer mehr gesammelt als von Nöten war", sagt Meurer.

Die Volksbank stellt nicht nur die Plattform für die Aktion zur Verfügung und spendet selbst, sie garantiert auch, dass die Spender ihr Geld zurückbekommen, wenn das Projekt nicht umgesetzt wird. Die Plattform ist erreichbar unter www.voba-mg.viele-schaffen-mehr.de. Wer mehr als fünfzig Euro spendet, bekommt ein zusätzliches Geschenk: eine jahreszeitliche Postkartenserie, die von den Bewohnern der Einrichtung selbst geschaffen wurde.

Quelle: RP
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