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Mönchengladbach
Ein lebendiger Friedhof ohne Sorgen

Mönchengladbach. Der Memoriam-Garten in Hehn wurde nach einem halben Jahr Bauzeit eröffnet - er kommt bei den Besuchern gut an. Von Sabine Winkler

Grabvorsorge wird für Gladbacher ein immer wichtigeres Thema. Ein alternatives und zeitgemäßes Konzept bietet der Memoriam-Garten. Die Grabstätten werden in einem Dauerbepflanzungs-Konzept wie ein Garten angelegt. Am städtischen Hauptfriedhof an der Kaldenkirchener Straße gibt es bereits eine Anlage. Aufgrund der großen Nachfrage eröffnete jetzt ein zweiter Standort am Friedhof Hehn. Ein dritter Standort in Rheydt ist bereits in Planung. Etwa ein halbes Jahr wurde an dem Memoriam Garten in Hehn gebaut. Für die Menschen in Hehn ist damit ein neuer Ort des Erinnerns, Trauern und Friedens entstanden.

Die Vorteile des alternativen Konzeptes, bei dem es übrigens keine anonymen Bestattungen gibt, sind: Die Fläche um den Grabstein ist fertig bepflanzt. Die Dauergrabpflege für die 25 Jahre Ruhefrist ist inklusive. "Darum kümmert sich die Rheinische Treuhandstelle für Grabpflege in Köln", sagt Geschäftsführer Stephan Neuenhofer. Bei dem Komplettpaket entstehen außer den Gebühren des Friedhofträgers und dem Grabmahl keine Folgekosten. Zwischen circa 2.300 und bis knapp 10.000 Euro in der Premium-Version kosten die Grabstätte.

"Beerdigung und Tod sind oft ein Tabuthema", weiß Neuenhofer. Das Konzept des Memoriam-Gartens soll dieser Angst entgegen wirken. Wer durch die Grabanlage streift, fühlt sich mehr wie in einem Park. Das kommt gut an, viele Interessierte kamen zur Eröffnung. "An kleinen Friedhöfen ist die Tradition der Grabpflege und Trauerkultur noch ausgeprägter", erklärt Neuenhofer. Im Memoriam-Garten hat man die Wahl zwischen Urnengräbern, zum Teil in Trockenmauern oder klassische Einzelbestattungen im Sarg. Alle Möglichkeiten sind als Partner- oder Gemeinschaftsgrab möglich. Für den Standort Hehn wurde der Gartenplan individuell angepasst. Das freut auch Pfarrer Harald Joseph, der die Gemeinde am Wallfahrtsort betreut. "Das ist eine kreative Gestaltung eines Friedhofes. So wird aus dem Jenseits etwas Lebendiges", betonte er vor der Segnung der Grabanlagen.

Quelle: RP
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