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Mönchengladbach
Ein Markt der Generationen

Mönchengladbach: Ein Markt der Generationen
Die drei Freundinnen Anna Walendy, Katharina Wechselberger und Linda Kardul (v.l.n.r.) verkaufen beim Christkindlmarkt Punsch und Plätzchen. FOTO: Archiv
Mönchengladbach. Der Christkindlmarkt findet in diesem Jahr zum 43. Mal statt. Über die Jahre hinweg haben viele Kinder und Enkelkinder die Buden von ihren Eltern oder Großeltern übernommen. In zwei Wochen, am 28. November, ist es wieder soweit. Von Laura Schameitat

Irgendwann mussten Katharina Wechselberger und Linda Kardul das Plätzchenbacken "outsourcen", wie es so schön neudeutsch heißt. "Das war mit dem Beruf einfach nicht mehr vereinbar", sagen die beiden jungen Frauen. Auf dem Christkindlmarkt verkaufen sie die Leckereien deshalb nur noch, das Backen übernehmen andere.

Nach dem Studium übernahm Wechselberger die Glühweinbude ihrer Mutter auf dem Christkindlmarkt, backte ab Ende Oktober jeden Tag Plätzchen, 45 bis 50 Kilo pro Saison. Später kam ihre Grundschulfreundin Linda Kurdal dazu. Gemeinsam mit Christkindlmarkt-Urgestein Hannelore Drießen standen sie Jahr für Jahr zu Weihnachten in ihrer Punsch-Bude. Als Drießen schließlich ausschied, kam Anna Walendy hinzu.

Katharina Wechselberger ist ein Beispiel dafür, wie das Engagement für den Christkindlmarkt von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Bei Familie Finger, die seit Jahrzehnten Marmelade auf dem Markt verkauft, ist mit Nicole Finger sogar schon die dritte Generation fleißig am Werk. Ihre Mutter Heide übernahm die Aufgabe von ihrer Mutter, die noch mit 92 Jahren Einmachgläser verpackte.

Doch es kommen auch jedes Jahr wieder neue Teilnehmer hinzu, die mit ihrem Engagement etwas bewegen wollen. "Im vergangenen Jahr kam der türkische Elternverein auf uns zu, in diesem Jahr die Schreinerei Hamacher, die auf dem Markt unter anderem Christbaumschmuck aus Holz verkaufen will", erzählt Organisatorin Charlotte Lorenz.

In diesem Jahr findet der Markt am Samstag, 28. November, statt. 53 Buden werden dann von neun bis 17 Uhr auf dem Kapuzinerplatz auf Besucher warten. Der Erlös aus dem Verkauften geht komplett an neun Einrichtungen, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen. Seit Beginn des Marktes 1973 wurden so schon rund 2,6 Millionen Euro eingenommen, im vergangenen Jahr kamen allein 95. 000 Euro zusammen. Wie bedeutend das Geld für die Einrichtungen ist, kann Dieter Kalesse berichten, der bei Hephata für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. "Es ist wichtig, dass wir mit diesem Extra-Geld rechnen können. Im vergangenen Jahr konnten wir davon fünf Tablets anschaffen. Ich kenne keine andere Stadt in der Region, in der es ein solch langjähriges Engagement gibt", sagt Kalesse.

Das Kinder-Riesenrad, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem Markt aufgestellt wurde, ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Und es gibt wieder einen Nikolaus: Hans-Rolf Jansen, der seine Tätigkeit nach vielen Jahren nun niederlegte, wird von Bernhard Hansen abgelöst. "Herr Hansen übernimmt von Herrn Jansen", scherzt Charlotte Lorenz. Die Musik kommt vom Gospelchor "Umoja Singers", der Percussion-Band "Tschitschapeng", der Musikgruppe aus dem Haus Daheim und dem Chor "Sound and Spirits".

Bis zum 26. November laufen die Vorverkäufe. Montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 18 bis 20 Uhr kann im Menge-Haus, Fliethstraße 67, Second-Hand-Kleidung gekauft werden. In den Räumen der AFBJ gibt es montags bis freitags von 16 bis 19 und samstags von 11 bis 14 Uhr Bücher (bis 25. November), und am Samstag, 21. November, gibt es im Marienhof Trödel.

Quelle: RP
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