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Mönchengladbach
Ein neues Bündnis für die Soziokultur

Mönchengladbach: Ein neues Bündnis für die Soziokultur
Für den Margarethengarten wird eine neue Heimat gesucht - der Stein des Anstoßes für die Initiatoren. FOTO: Raupold
Mönchengladbach. "Lokalkolorit" heißt der Zusammenschluss von Vereinen und Initiativen wie Waldhaus 12, Freeflow, Kulturkram, Horst, Mischpoke und Transition Town. Das Netzwerk will sich künftig gemeinsam vermarkten - am liebsten auch räumlich unter einem Dach. Von Jan Schnettler

Die Ankündigung, dass der Margarethengarten in absehbarer Zeit einem Neubauprojekt an der Steinmetzstraße weicht, gab den Ausschlag. "Wir haben viel Zuspruch erhalten, von Kulturschaffenden, aus der Politik", sagt Nadège Ribitzki, Vorsitzende des Vereins Waldhaus 12, dessen Mitglieder den Stadtgarten 2012 ins Leben gerufen hatten. Auch in der konstruktiven Auseinandersetzung mit der städtischen Entwicklungsgesellschaft EWMG, die die frühere Brachfläche zur Zwischennutzung freigegeben hatte, sei es erklärter Wille, eine neue Heimat für das Projekt zu finden. Doch schnell habe man festgestellt, sagt Ribitzki, dass es um mehr als "nur" den Garten geht. "Es besteht die Sorge, dass mit dem Ort auch das Soziokulturelle verloren geht." Denn mit dem Margarethengarten und dem "Ladenlokal" an der Eickener Straße, das sich als öffentliches Wohnzimmer etabliert hat, hat sich eine Vielzahl von Projekten und Initiativen vernetzt. 160 Veranstaltungen gab es alleine vergangenes Jahr in dem Vereinsheim, das "für so viel Vielfalt" eigentlich viel zu klein ist. "Wir platzen aus allen Nähten", sagt Ribitzki.

Deswegen schließen sich in diesen Tagen mehrere Vereine, Initiativen und Projekte aus der freien Kulturszene wie Waldhaus 12, Freeflow, Kulturkram, Transition Town, Mischpoke und Horst (mit dem Potpourri-Festival) sowie engagierte Einzelpersonen zu einem neuen Verbund zusammen, unter wohlwollender Begleitung des städtischen Kulturbüros. "Lokalkolorit" wird das Netzwerk heißen, und es hat sich zum Ziel gesetzt, eine gemeinsame Sichtbarkeit und Vermarktung der einzelnen Akteure herzustellen. Zunächst wird es etwa eine kombinierte Internetplattform geben. Mit einem Blog, einem gemeinsamen Veranstaltungskalender sowie Visitenkarten der einzelnen Vereine und Projekte.

Erklärtes Ziel ist es zudem, die Kräfte mittelfristig auch räumlich unter einem Dach zu bündeln. "Das würde vieles erleichtern, auch die finanzielle Förderung", sagt Ribitzki. Angedacht ist also ein Zentrum der nicht-städtischen Kulturarbeit mit gemeinsamer räumlicher sowie finanzieller Infrastruktur. "Wir sind alle offen für städtische Strukturen, aber es ist wichtig, unabhängig zu sein und zu bleiben - denn daraus ziehen wir unsere Dynamik." Eine Ergänzung zum etablierten BIS-Zentrum für offene Kulturarbeit quasi, für markant andere Zielgruppen und mit markant anderen Angeboten. Das aktuell laufende Projekt "Oberstadt" im gleichnamigen früheren Hotel an der oberen Hindenburgstraße, das einen "Kulturstachel" an einem unwahrscheinlichen Ort gesetzt habe, habe vor diesem Hintergrund noch einmal viele Kulturschaffende inspiriert.

Ein solcher, noch zu findender Ort müsse möglichst zentral liegen und solle eine kreative Kombination aus Begegnungs- und Veranstaltungsort, Werkstätten, Coworking- Space und mehr sein. "So gibt es zum Beispiel keinen wirklichen Raum für Konzerte in der Stadt, wo einige hundert Besucher hinkommen können." Doch auch gemeinsame Lösungen mit weiteren Anbietern - etwa dem Arbeitslosenzentrum, das ebenfalls bald einen neuen Standort benötigen könnte - seien denkbar.

Doch das zentralere Anliegen ist es, dem vielfältigen bürgerschaftlichen Engagement und einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung ein gemeinsames Sprachrohr zu verschaffen. "Wir können und würden auch an unterschiedlichen Orten weiterexistieren", sagt Ribitzki. Durch die Bildung einer gemeinsamen "Dachmarke" sei es einfacher, an Fördermittel zu kommen. Das Bündnis ist offen für weitere Mitstreiter.

An diesem Wochenende läuft eine Zukunftswerkstatt "Bürgernetzwerk MG" in der Volkshochschule (heute von 9.30 bis 18 Uhr, Lüpertzender Straße 85, Infos unter info@waldhaus12ev.de), die sich auch mit dem Thema Vernetzung und Synergiebildung auseinandersetzt.

Quelle: RP
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