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Mönchengladbach
Ein Platz zum Teilen: Gladbachs neuer Edmund-Erlemann-Platz

Mönchengladbach: Ein Platz zum Teilen: Gladbachs neuer Edmund-Erlemann-Platz
Johannes Eschweiler (2. von links) half beim Enthüllen, denn Oberbürgermeister Reiners kam erst nicht an den Stoff heran. Elmar Erlemann (im Rollstuhl, 2. von rechts) schaut lächelnd zu. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Mehrere hundert Mönchengladbacher feierten gemeinsam eine fröhliche und nachdenkliche Einweihung des Platzes vor der Citykirche. Von Ralf Jüngermann

Wie sehr der frühere Münster-Probst und Regionaldekan Edmund Erlemann der größte vorstellbare gemeinsame Nenner der Mönchengladbacher war, konnte man am Samstag im Herzen der Stadt noch einmal erleben. Denn all die Menschen, die bei der Einweihung des Edmund-Erlemann-Platzes zusammen frühstückten, redeten und zuhörten, kommen in dieser Zusammensetzung sonst nie zusammen: Arme und noch ärmere Menschen, Politiker fast jeder Couleur, Unternehmer, engagierte Christen und Atheisten, Repräsentanten des öffentlichen Lebens und viele Kinder. Sie alle mochten Eddi, wie viele ihn einfach nannten, weil er sie alle liebte. Bedingungs- und mühelos. Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners sagte in seiner Ansprache, Erlemann habe ein unerschütterliches Vertrauen in die Menschen gehabt, und zwar unabhängig von ihrer Herkunft und Geschichte. Seine Tür sei stets offen gewesen, weil sein Herz offen war. Reiners erinnerte an zwei der Leitsätze von Erlemann: Alles, was menschlich ist, muss in der Kirche vorkommen. Und: Teilen macht reich.

Auf dieses Motto bezog sich auch Münster-Probst Peter Blättler - der Nach-Nach-Folger Erlemanns - in seiner Rede: Dass ausgerechnet nach Erlemann, der nie zu den Priviligierten habe gehören wollen, ein Platz benannt werde, sei Verpflichtung für alle. Nämlich diesen Platz nun auch in seinem Sinne zum Leben zu bringen. Die Benennung eines so zentralen Platzes sei der Auftrag, Raum für Begegnung, sozialen Frieden und soziales Miteinander zu sorgen. Pastoralreferent Johannes Eschweiler erinnerte an Erlemanns oft zehrenden Kampf für Solidarität. "Er hatte die einzigartige Gabe, Menschen ihre Würde zurückzugeben."

Oberbürgermeister Reiners würdigte Erlemann in bester sozialkatholischer Tradition als "Anwalt der Arbeiterschaft" und versicherte: "Er wird immer in unserer Mitte sein." Reiners hatte sich persönlich für die Benennung dieses Platzes eingesetzt; der Rat folgte seinem Vorschlag einstimmig. Dass Eddi an diesem Tag gewiss dabei war, hörte man oft vor der Citykirche: "Er hat sich um das tolle Wetter gekümmert - und wird nachher sicher auch noch Borussia gewinnen lassen", sagte einer. Und rein physiognomisch war Erlemann sowieso mittendrin bei der Feier: Sein Bruder Elmar, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, verfolgte die Zeremonie. Gefallen, da waren sich alle einig, hätte Edmund Erlemann dieser Vormittag auf jeden Fall. So viele Menschen zum Umarmen und Begegnen. Und das noch bei einem gemeinsamen Frühstück. Vor der Citykirche waren lange Tische und Bänke aufgebaut worden. Was dort gegessen wurde, hatten die Teilnehmer selbst mitgebracht. Am Ende waren die Tische reich gedeckt. Teilen machte viele an diesem Vormittag reich.

Quelle: RP
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