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Mönchengladbach
Ein Stadtteil hilft dem kleinen Finn

Mönchengladbach. Der sechsjährige Junge ist an Leukämie erkrankt und braucht eine Stammzellenspende. Eine Typisierungsaktion ist schon gelaufen. Nun setzten sich Schüler des Gymnasiums Odenkirchen für Finn ein. Sie sammelten in den Pausen Geld. Von Christian Lingen

Zwei Wochen lang standen Rebecca Lünendonk und ihre Kollegen der Schülervertretung des Gymnasiums Odenkirchen in jeder Pause auf dem Schulhof und sammelten Geld. Gedacht war die Aktion aber nicht zur Finanzierung eines Schulprojekts. Sie hatte einen sehr ernsten Hintergrund. Der sechsjährige Finn ist zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt und benötigt dringend eine Stammzellenspende. Jede Registrierung eines potenziellen Spenders bei der DKMS kostet rund 40 Euro. Die Sammelaktion, bei der 520 Euro zusammenkamen, soll dabei helfen. Damit das klappt, übergaben die Schüler das Geld nun an Natalie Kleine, eine der Mitinitiatorinnen der Aktion "Fight for Finn".

In Odenkirchen steht gerade ein ganzer Stadtteil zusammen, um dem Jungen zu helfen. "Wir haben von ihm erfahren und wollten uns typisieren lassen. Leider sind wir dafür noch zu jung", sagt Rebecca Lünendonk. Um in die Spenderdatei der DKMS aufgenommen zu werden, muss man nämlich zwischen 17 und 55 Jahre alt sein. Die Schüler ließen sich aber nicht von ihrem Ziel abbringen und riefen spontan die Sammelaktion an ihrer Schule ins Leben.

Der sechsjährige Finn ist an Leukämie erkrankt. Damit er wieder gesund wird, benötigt er dringend eine Stammzellenspende. FOTO: DKMS

"Eine Klasse hat 80 Euro gespendet. Auch die Lehrer, Betreuer und das Sekretariat haben mitgemacht", sagt Jule Imschweiler. Bereits Anfang März gab es in der Burggrafenhalle eine große Typisierungsaktion. "Rund 1500 Menschen haben sich registrieren lassen. Rein statistisch gesehen kommen auf 1000 Registrierungen sechs Spender. Auch wenn keiner für Finn dabei sein sollte, ist die Chance groß, dass anderen Erkrankten geholfen werden kann", sagt Natalie Kleine.

Finn spielt Fußball in einer Jugendmannschaft von 05/07 Odenkirchen. Im Karneval zog der Verein mit über einhundert Teilnehmern als Fußgruppe im Veedelszoch mit und warb für den Jungen. Im Verein entstand auch die Aktion "Fight for Finn". Man ließ gelbe T-Shirts bedrucken und zeigte damit Solidarität. Der Fußball schafft es wie kein zweiter Sport, Menschen zu verbinden. Deshalb hat Finn zwei prominente Unterstützer. Der eine ist Ex-Borusse Marc-André ter Stegen, der gerade beim FC Barcelona das Tor hütet. "Finn ist ein kleiner Junge mit großem Herz. Er will leben." Mit diesen Worten ruft ter Stegen die Bevölkerung auf, sich registrieren zu lassen. Schon lange unterstützt Ex-Borusse Thorben Marx den Jungen. Bereits bei seiner ersten Erkrankung stand er an Finns Seite. "Finn ist mir echt ans Herz gewachsen", sagte Marx im Gespräch mit unserer Redaktion.

Natalie Kleine, Mitorganisatorin der Aktion "Fight for Finn, Jan Börstinghaus, Rebecca Lünendonk, Jule Imschweiler und Schulleiter Bernhard Spaniol. FOTO: cli

Zusammen mit Marc-André ter Stegen hat Thorben Marx die Schirmherrschaft für die Aktion "Fight for Finn" übernommen und war bei der Typisierungsaktion persönlich in Odenkirchen. "Wir finden es eine fantastische Idee, dass unsere Schüler den kleinen Jungen unterstützen möchten. Deshalb werden wir als Schule noch einen Betrag oben drauf legen und mithelfen", kündigte Bernhard Spaniol, der Schulleiter des Gymnasiums Odenkirchen, an. Dem Vorbild kann jeder folgen und mit einer Spende helfen. Nicht nur der sechsjährige Finn wird profitieren, sondern auch andere Erkrankte.

Die Kontodaten: Sparkasse Neuss IBAN DE90 3055 0000 0093 4651 02 Verwendungszweck: Finn

Quelle: RP
 
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