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Mönchengladbach
Ein Weihnachtsmarkt im eigenen Wohnzimmer

Mönchengladbach. Das frühere Prinzenpaar Guido und Monika Ferfers hat ein riesiges Faible für Weihnachtsdeko. Von Nicole Scharfetter

Tuut, tuuuuuut... Der kleine Weihnachtsexpress dreht unermüdlich seine Kreise auf den Schienen, vorbei an der Eislaufbahn und dem Riesenrad, rein in den Tunnel und wieder raus. Gleich nebenan posiert Santa Claus mit Hund, Katze, Maus für ein Foto - am "Pet Portraits"-Stand, der zu Monika Ferfers liebsten Attraktionen auf dem Weihnachtsmarkt gehört. Und der steht nicht auf einem Marktplatz in irgendeiner großen Hauptstadt, der Weihnachtsmarkt ist eine Miniatur-Ausgabe, aufgebaut im eigenen Wohnzimmer, weil Monika Ferfers die Weihnachtszeit so sehr mag. Die bunten Stände und das Essen, die vielen blinkenden Lichter, die Musik und die Zeit für all jene, die im stressigen Alltag zu kurz kommen.

Das ist für Monika Ferfers Weihnachten. Die ehemalige Gladbacher Niersia ist nicht nur Karnevalistin durch und durch, sie ist auch ein echter Weihnachts-Junkie. Angefangen hat alles mit zwei Zigarettenschachtel-großen Papp-Buden, die Ferfers aus dem Micky-Maus-Heft ausgeschnitten hat. "Irgendwann Ende der 70er", erinnert sie sich. Als sie noch ein Kind war. Damals improvisierte sie, bastelte aus einem alten Schuhkarton und den Papp-Buden einen kleinen Weihnachtsmarkt.

35 Jahre später gibt es die beiden Buden immer noch, wenn auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen und an einer Ecke ein wenig angekokelt. Nur der Schuhkarton ist längt im Altpapier gelandet, weil der Markt so groß geworden ist, dass Monika Ferfers' Mann fürchtet, im nächsten Jahr das Wohnzimmer ausbauen zu müssen.

",Die sind doch bekloppt!' sagen irgendwie alle, aber gucken kommen wollen sie trotzdem", sagt Guido Ferfers, der im nächsten Jahr einen Besuchertag organisieren und die Eintrittsgelder für die Aktion Lichtblicke spenden will. Als Guido Ferfers seine Frau kennenlernte, ließ er sich von ihrem Faible für den hauseigenen Weihnachtsmarkt anstecken. "Jedes Jahr kommt eine große Attraktion dazu, inzwischen sind es so viele, dass der Gartentisch zu klein geworden ist und ein ausrangierter Schreibtisch dazugestellt werden musste.

Schon bevor der erste Advent gefeiert wird, fahren Guido und Monika Ferfers nach Holland in ein Gartencenter, auf der Suche nach der neusten Attraktion. Dort soll es die schönsten Karussells und Riesenräder geben. "Wir sind immer die Ersten", erzählt der ehemalige Karnevalsprinz. Besonders stolz ist er auf die Bierbrauerei mit den kleinen Fässern, die sich im ersten Stock um den großen Kessel drehen. Manchmal verbringt das Paar Stunden auf dem Sofa mit Weihnachtsmarkt-Gucken. "Und immer wieder entdecken wir kleine Details, die uns vorher so noch nicht aufgefallen sind", sagt Guido Ferfers. Wie die kleine Eisenbahn, die durch ein Speisehaus für Kinder fährt. Nur an die Geräuschkulisse der Geräte hat sich das Ehepaar bis jetzt noch nicht gewöhnt. "Einmal haben wir alles angemacht. Das war nicht auszuhalten", sagt Monika Ferfers. Pünktlich zum ersten Advent dann nimmt sich das Ehepaar einen ganzen Nachmittag Zeit, um die vielen Kartons aus dem Keller zu holen und den Weihnachtsmarkt aufzubauen. Bei der Anordnung gibt es auch schon mal Streit. Sagt zumindest Guido Ferfers. "Wir streiten uns doch nie", entgegnet sein Frau sofort und grinst. Jedenfalls sei Guido Ferfers für den Aufbau des Weihnachtsexpress' zuständig, Monika dagegen für die Feinheiten. Ein eingespieltes Team - also meistens.

Selbst die vier Hunde der Ferfers, die übrigens alle einen eigenen Adventskalender haben, finden den Weihnachtsmarkt im Wohnzimmer super. Beziehungsweise lassen ihn ganz. Nur der Weihnachtsbaum wird in diesem Jahr zumindest unten mit Plastikkugeln bestückt, weil der jüngste der Vierbeiner zum ersten Mal Weihnachten mitfeiert.

Spätestens am 6. Januar wird der Weihnachtsmarkt wieder abgebaut, ganz ohne Wehmut. "Irgendwann sind wir auch froh, wenn wir wieder Platz haben", sagt Monika Ferfers. Und weil sich die Weihnachts-Junkies dann wieder um ihre andere Leidenschaft - den Karneval nämlich - kümmern müssen.

Quelle: RP
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