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Mönchengladbach
Ein ziemlich wilder Künstler

Mönchengladbach: Ein ziemlich wilder Künstler
Pascal Pesez vor seinen großformatige Ölgemälden im oberen Geschoss des Rudolf Boetzelen Silos. In der alten Halle zeigt der französische Künstler Zeichnungen und Malereien. Die Ausstellung wird am 17. März eröffnet. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Der französische Maler, Dichter und Performer Pascal Pesez zeigt in der Fabrikhalle des Kunstvereins MMIII bewegte Zeichnungen und Bilder. Er setzt sich mit der beunruhigenden Gegenwart auseinander und sucht darin den Menschen. Von Inge Schnettler

Er hat sich selbst in einen Sack gepackt, ihn zubinden lassen, um dann - derart gefangen - zu tanzen und sich immer wilder zu bewegen. Die großformatige große Zeichnung im unteren Bereich der Halle in den Boetzelen Höfen an der Künkelstraße empfindet diesen Ausbruchversuch nach. Zunächst hat Pascal Pesez mit schwarzem Stift auf weißem Grund die Bewegungen festgehalten, mit bunten Stiften hat er sie überlagert. Die Abfolge des "Tanzes" wird deutlich - ruhigere Passagen werden von wilden dominiert. Das heftige Spektakel zeugt von Mut, Waghalsigkeit, Kraft, aber auch von Verzweiflung, Ausweglosigkeit. Dabei wirkt die Zeichnung auf den ersten Blick doch so duftig und friedlich. Aber da ist diese Geschichte dahinter. Die Ausstellung heißt "Unterwegs". Bewegung sollte also sein.

Nach den Geschichten dahinter sollte der Betrachter auch angesichts der großformatigen Malereien von Pascal Pesez suchen. Die größten Formate findet er auf der oberen Etage der Halle. "Es gefällt mir, wenn die Besucher der Ausstellung ihre Fantasie spielen lassen und möglicherweise zu sehr unterschiedlichen Erkenntnissen kommen", sagt Pascal Pesez. Er selbst ist begeistert von der Hängung in den lichten Räumen des Kunstvereins. "Wo sonst passen vier so große Bilder an eine Wand", sagt er lachend. In der Fabrikhalle des Kunstvereins gibt es tatsächlich sogar zwei 16 Meter lange Wände. "Meine großen Formate kann ich hier wunderbar zeigen." Die Freude des Künstlers ist echt.

Wie die Zeichnungen sprechen auch die Ölgemälde eine wilde Sprache. Da sind Körper in Bewegung, da sind heftige Pinselstriche, da liegt Farbe auf Farbe auf Farbe auf Farbe. Am Ende wirkt die Oberfläche dennoch beruhigt. Aber beim näheren Hinsehen, da wird der Duktus deutlich, die volle Kraft, mit der Pascal Pesez die Farbe auffetzt und wie er die Fläche beackert. Man kann sich den Künstler durchaus bei der Arbeit vorstellen.

Was zu sehen ist: In den atmosphärischen Hintergrund setzt der Künstler Formen, die er selbst als "Körper des Lebens" bezeichnet. Wieder ist es möglicherweise die Gefangenschaft in einem Sack. Vielleicht ist es aber auch ein Kokon, aus dem der Körper - Pesez sagt: Mensch oder Tier - freigelassen werden wird. Hier und da scheint sich bereits etwas zu befreien. Da schaut etwas aus der Hülle heraus. Was es ist? Wird sich zeigen. Möglicherweise.

Der Farbauftrag ist dem Künstler wichtig. Als Maler bekennt er sich zur traditionell auf Keilrahmen aufgespannten Leinwand, deren weiße Grundierung er in einem langen Prozess mit einem flüssigen Netzwerk fließender, sich überlagernder Gesten bearbeitet. "Ich finde, da kann man Landschaften erkennen, mal hell und sonnendurchflutet, mal dunkel wie in der Nacht", sagt Pesez. Auf jeden Fall spannend.

Die Ausstellung wird am Samstag, 17. März, um 19.30 Uhr im Rudolf Boetzelen Silo, Künkelstraße 125, eröffnet. Parkplätze gibt es an der Siemensstraße 40-42.

Quelle: RP
 
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