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Mönchengladbach
Ein Zug voller Erinnerungen

Mönchengladbach: Ein Zug voller Erinnerungen
Gezeigt werden FOTO: HO, AP
Mönchengladbach. Parteien, Kirchen, Stadt und soziale Einrichtungen haben die Gladbacher Allianz gegründet. Sie setzen sich dafür ein, dass der Zug der Erinnerungen an die Verbrechen der Nazis im März 2011 in Gladbach halt machen kann. Von Inge Schnettler

Vor drei Jahren ist der Zug der Erinnerungen gestartet. In Frankfurt am Main begann damals die Fahrt durch Deutschland, und bald macht er auch in Mönchengladbach Halt. Vom 10. bis 12. März 2011 wird er auf einem Nebengleis des Rheydter Hauptbahnhofs stehen, und die Ausstellung in den Waggons wird der Öffentlichkeit präsentiert.

Gezeigt werden Fotos, persönliche Bilder und Briefe. Sie dokumentieren die Deportation jüdischer Kinder durch die SS, das Reichsverkehrsministerium und die Deutsche Reichsbahn. Mehr als eine Million Kinder und Jugendliche wurden von den Nationalsozialisten verschleppt und in den Konzentrationslagern ermordet. Beispielhaft werden einige ihrer Biografien vorgestellt.

Ein Stück Würde zurückgeben

"In der Ausstellung werden Kinder und Jugendliche als unschuldige Opfer gezeigt", sagt Ralf Zanders von der Regionalstelle. Auch aus Mönchengladbach wurden jüdische Kinder deportiert. Und behinderte Mädchen und Jungen aus dem Hardter Josefshaus und den Hephata-Einrichtungen wurden verschleppt.

"An manchen Stationen ist es vorgekommen, dass Besucher der Ausstellung Kinder erkannten oder von Kindern aus ihrer Stadt berichteten, die in den Vernichtungslagern verschwanden", sagt Zanders. Er hofft, dass das in Mönchengladbach auch passiert. "Denn wenn wir die Namen der Kindern finden, geben wir ihnen ein Stück Würde zurück."

Viele Mitstreiter konnte die Regionalstelle für das Projekt gewinnen. Gemeinsam werden sie die "Gladbacher Allianz" gründen, um die Organisation und vor allem auch die Finanzierung des Vorhabens gemeinsam zu stemmen.

Ganz sicher dabei sind die Regionalstelle, das Katholische Forum, die Stadt Mönchengladbach, die Citykirche, die Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen, die Grünen und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Interesse angemeldet haben außerdem die SPD, FDP, CDU, der Kinderschutzbund, Verdi, die jüdische Gemeinde, die Familienbildungsstätte, der Integrationsrat und der evangelische Kirchenkreis.

Das Projekt muss bezahlt werden. 4000 Euro kostet der Halt des Zuges – pro Tag. Ralf Zanders hat eine Antrag vorbereitet. Da sich auch die Niederlande an der Sonderfahrt des Erinnerungszuges beteiligen, rechnen die Organisatoren mit einen 50-prozentigen Zuschuss aus dem Euregio-Topf geben.

Die Organisatoren hoffen auf Spenden. "Wir haben schon mal einen Anfang gemacht", sagt Gaby Brenner von den Grünen. 500 Euro hat ihre Fraktion gespendet. "Wir hoffen, dass sich weitere Parteien, Institutionen und Gruppierungen anschließen, damit diese wichtige und interessante Ausstellung für unsere Stadt ermöglicht wird."

Quelle: RP
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