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Mönchengladbach
Eine Fahrrad-Werkstatt für Flüchtlinge

Mönchengladbach: Eine Fahrrad-Werkstatt für Flüchtlinge
Andreas Grossmann bei der Arbeit im Keller der Alten Schule: Hier macht er alte Fahrräder wieder verkehrstauglich. Als leidenschaftlicher Radfahrer hat er das technische Know-how. FOTO: Andreas Grossmann
Mönchengladbach. Die Initiative "Fahrräder für Flüchtlinge" hat den Keller der Alten Schule in Dohr in eine Werkstatt verwandelt. Dort wollen die Mitglieder alte Drahtesel sammeln, reparieren und den benachbarten Flüchtlingen zur Verfügung stellen. Von Marcel Romahn

Fünf Fahrräder haben Andreas Grossmann und seine Mitstreiter bereits auf Vordermann gebracht. "Bis Mitte März wollen wir ein gutes Dutzend schaffen", sagt der Gründer Initiative "Fahrräder für Flüchtlinge", die seit Dezember vergangenen Jahres im Keller der Alten Schule alte Fahrräder, Ersatzteile und Werkzeug sammelt. Der 62-Jährige ist inzwischen pensioniert. "Früher bin ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Neuss gefahren", sagt er. "Ich weiß, wie wichtig und gesund Radfahren ist." Deshalb möchte er auch den Flüchtlingen in Dohr helfen, ihren Alltag mit dem Zweirad flexibler und gesünder zu gestalten.

Als Durchgangseinrichtung beherbergt die Turnhalle in Dohr etwa 30 Flüchtlinge. Weitere 60 Bewohner, überwiegend Männer sowie einige Familien, sind in der Alten Schule, Am Torfbend 19, untergebracht. "Diese Menschen sind von unserer Idee begeistert", sagt Grossmann. "Im Alltag haben sie wenig zu tun. Das führt oft zu Langeweile und Frustration. Bei uns können sie sich handwerklich betätigen und ihre Freizeit produktiv gestalten." Deshalb werden die Bewohner der Alten Schule auch regelmäßig zur Mitarbeit eingeladen. Darüber hinaus erleichtere das Fahrradfahren auch die Behördengänge, den Einkauf, den Weg zum Unterricht und andere alltägliche Pflichten.

Die Räder für den Fahrradverleih wurden von Bürgern aus der ganzen Stadt gespendet - einige bereits verkehrstauglich, andere zum Ausschlachten geeignet. Die "Schrauber" treffen sich immer montags für ein paar Stunden zum Werkeln in dem etwa 30 Quadratmeter großen Kellerraum. Die Werkstatt ist für sie jederzeit zugänglich. Die Initiative "Fahrräder für Flüchtlinge", kurz FfF Dohr, werde von der schon länger aktiven Initiative "Fahrräder für Flüchtlinge Mönchengladbach-Lürrip" beraten und mit Material unterstützt. Außerdem gebe es bereits enge Kooperationen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) sowie der Polizei. "Im Frühjahr soll der Radverleih beginnen", sagt der Initiator. "Dann soll außerdem auf dem Schulhof ein Fahrradtraining mit Begleitung der Polizei stattfinden." Damit die Initiatoren den Radverleih dauerhaft weiterführen können, sind sie auf Spenden angewiesen. "Natürlich sind wir immer auf der Suche nach halbwegs verkehrssicheren Fahrrädern", sagt Grossmann. Aus Platzgründen werden jedoch derzeit keine Schrotträder zum Ausschlachten mehr angenommen.

Auch zusätzliche helfende Hände, die gelegentlich für zwei Stunden zum Schrauben vorbeikommen wollen, seien willkommen. Darüber hinaus fehlen noch Schlösser, ein abschließbarer Schrank für die Werkstatt sowie unfallfreie Fahrradhelme und Kindersitze.

Quelle: RP
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