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Serie Was Macht Eigentlich?
Eine Familie mit vielseitigen Interessen

Karsamstag wird Wolfgang Krane 90. So fit wie früher ist er nach einer Herzoperation 2011 und mit nachlassender Sehkraft nicht mehr. Aber doch zufrieden: "Ich habe ein erfülltes Leben gehabt, da kann ich das ganz gut ertragen." Zumal seine Familie da ist. Seine Frau Hildegard und drei Töchter, die alle in Mönchengladbach leben: Regina Hütter (58), Büroleiterin beim Korschenbroicher Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling und Frau Hans-Walter Hütters, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Dann Dr. Sabine Rose (56), Ärztin und 1981 letzte Rheydter Blumenkönigin. Und die Jüngste, Ingrid Krane-Müschen (51), als Schriftstellerin bekannt unter dem Namen Rebecca Gablé. Hinzu kommen drei Enkel.

Wolfgang Krane und seine Frau sind damals schnell heimisch geworden und "echte" Wickrather. Sie haben Tennis bei Blau-Weiß gespielt, sind über den Lauftreff zum gemeinsamen Joggen (20 Jahre lang) gekommen, gehen heute fast täglich gemeinsam. Hildegard Krane, geborene Gablé (daher der Künstlername Ingrids), ist bis heute im Heimatverein aktiv, Gründerin des Geschichtskreises ("Es darf nichts verloren gehen"), macht seit 2001 Führungen im Schlosspark, ist in der katholischen Kirche aktiv, aber auch im evangelischen Kirchenkreis bei der Rumänienhilfe. Wolfgang Krane, literaturbesessen, hat nach seiner Pensionierung viele Vorträge gehalten, vor allem über Thomas Mann, der ihn besonders beeindruckt: Im Haus in Wickrath gibt es eine halbe Bücherwand mit all seinen Werken, aus denen seine Frau ihm vorliest, seit er selbst nicht mehr richtig lesen kann.

Und dann gibt es noch eine Geschichte, die Ende der 70er Jahre begann und gerade wieder hochaktuell ist: die der Familie Le. Sie waren die ersten Boots-Flüchtlinge aus Vietnam, die in Mönchengladbach ankamen. Hildegard Krane nahm sich Xyen Le mit ihren drei Kindern an, gab ihnen jeden Tag Deutschunterricht ("Sie konnten keinerlei europäische Sprache"), sorgte dafür, dass sie die normale deutsche Grundschule besuchen konnten, half einem der Mädchen bis zur Mittleren Reife. Der Kontakt zur Familie Le ist geblieben: "Sie sagen bis heute Mama und Papa zu uns."

(oes)
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