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Mönchengladbach
Eine Heimat für Junkers' Pioniergeist

Mönchengladbach: Eine Heimat für Junkers' Pioniergeist
v.l.: Ruth Witteler-Koch, Anette Harings, Karl Gottwald, Thorsten Neumann, Rolf Theißen und David Bongartz unter den Fittichen der Tante Ju. Unten: ein Probe-Fläschchen von "Hugos Pioniergeist". Im und am Hangar wird unterdessen noch schwer gearbeitet. FOTO: Knappe, Jörg (jkn)
Mönchengladbach. In anderthalb Wochen wird der Hugo-Junkers-Hangar am Flughafen eröffnet - mit einem großen "Fly-in" historischer Flugzeuge. Schon jetzt zeichnet sich ab: Der 4,6-Millionen-Euro- Bau wird Strahlkraft über die Region hinaus entwickeln. Von Jan Schnettler

In Köln. Ausgerechnet in Köln. Dort, auf dem früheren Flughafen Butz-weilerhof, hätte die Ju 52 des Rheydter Pioniers Hugo Junkers um ein Haar ihre letzte Ruhestätte als Museumsstück gefunden. Doch die Pläne scheiterten, "und beinahe zeitgleich kam die EWMG mit der Idee eines Hugo-Junkers-Hangars um die Ecke", sagt Karl Gottwald vom Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge (VfL). 2009 war das. Sechs Jahre später, am Sonntag, 21. Juni, 10 bis 18 Uhr, wird der Hangar als Mischung aus lebendigem Museum und gehobener Veranstaltungsstätte nun eröffnet. Und das mit der "Tante Ju", die nicht nur ehrfürchtig bestaunt werden darf und langsam einstaubt, sondern auch künftig fliegen wird. Sponsor Rimowa und die schweizerische Ju-Air werden vom Gladbacher Flughafen aus regelmäßig Rundflüge anbieten.

Noch wird in und an der 2000 Quadratmeter großen Halle, die 1200 Gäste fasst, intensiv gearbeitet. Doch schon jetzt ist erkennbar: Das "Gate 1", die Halle, in der die Ju stehen wird, und die darüberliegenden Tagungsräume "Gate 2/3/4" bieten eine einzigartige Atmosphäre, nicht zuletzt mit außergewöhnlichem Blickwinkel aufs Rollfeld. Davon waren auch die Fördermittelgeber - der Hangar ist das am höchsten geförderte Einzelprojekt des NRW-EU-Ziel-2-Programms "Erlebnis NRW" - überzeugt, die 80 Prozent der Kosten von 4,6 Millionen Euro tragen. Auch Betreiber Thorsten Neumann vom Caterer Noi! sieht große Resonanz auf sich zukommen: "Es gibt schon Buchungen für Abibälle, Hochzeiten, Firmenveranstaltungen - aus ganz Deutschland, aber auch international." Auch ein Resultat der selbstbewussten Außenwerbung: David Bongartz von der Event-Hangar GmbH hat das Projekt zuletzt auf etlichen großen Messen erfolgreich vorgestellt.

FOTO: Knappe, Jörg (jkn)

Doch auch für die Gladbacher Öffentlichkeit soll der Hangar zur Anlaufstelle werden: Immer sonntags von 11 bis 18 Uhr stehen seine Türen offen, VfL-Mitglieder führen und erklären, es wird thematische Veranstaltungen von Wellblechkuchen bis Grillen geben. Und es wird geflogen. "Bis September kombinieren wir das am letzten Sonntag des Monats mit unseren Oldtimer-Fly-ins", sagt Ruth Witteler-Koch vom Flughafen-Förderverein.

Doch nun steht erst einmal die Eröffnung dann, und die soll pompös werden. Und dürfte so gut besucht sein, dass alle Beteiligten dazu raten, mit Linienbus, Shuttlebus (vom Real-Parkplatz) oder Fahrrad anzureisen, die Parkplätze werden an jenem Sonntag kostenpflichtig sein. Ju-Rundflüge sind bereits ausgebucht, doch zahlreiche weitere Oldtimer stehen zusätzlich dafür bereit: Die Gäste werden amtlich "eingecheckt" und betreten das Rollfeld über eine eigene Treppe. Es gibt Vorträge und Filmvorführungen, Besichtigungen der anderen Firmen am Flughafen, der VfL zeigt das Leitwerk einer Junkers F13 und einen alten, ebenfalls von Junkers gebauten Gasbadeofen. Kulinarisches wird aus Oldtimern heraus angeboten, der Schulchor des Hugo-Junkers-Gymnasiums und die Bigband der Musikschule Music Today treten auf. Zweifelsohne wird also viel von Hugo Junkers' Pioniergeist zu spüren zu sein. Und zu schmecken: Der gleichnamige Schnaps wird ab heute in der Schwalmtaler Kornbrennerei Hartges für Noi! gebrannt.

FOTO: Ulrich Zillmann
Quelle: RP
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