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Mönchengladbach
Eine Hochburg der verblichenen Werbung

Mönchengladbach: Eine Hochburg der verblichenen Werbung
An der Viersener Straße, Ecke Schürenweg wird auf den Lichthof hingewiesen - nur eine von vielen Werbeflächen, die längst nicht mehr aktuell sind. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Schriftzüge für längst verschwundene Unternehmen, Gebäude und Produkte finden sich in der ganzen Stadt. Ein Streifzug. Von Marius Schrammen und Florian Vetterle

Rasierer kauft man im Lichthof?! Über diesen Satz können die Gladbacher in Minto-Zeiten nur müde lächeln, ist der Lichthof doch längst abgerissen. Doch die dazugehörige Werbung, die gibt es noch: An einer Hauswand an der Kreuzung von Viersener Straße und Schürenweg prangt sie seit gefühlten Ewigkeiten. Und bildet damit wahrlich keine Ausnahme. In ganz Gladbach, ob in den Innenstädten oder den Außenbezirken, sind inaktuelle Werbeplakate, -botschaften und -schriftzüge zu finden, deren einstiger Bezug oftmals gar nicht mehr existiert. Manches ist verblichen, manches wartet sogar noch mit einer Postleitzahl auf, die es seit der Reform im Jahr 1993 nicht mehr gibt - wie etwa die Pelzwerbung an der Bushaltestelle Konzenstraße in Eicken.

Diese Postleitzahlen sind seit 1993 "out": An der Bushaltestelle Konzernstraße in Eicken ist eine nostalgisch anmutende Werbefläche zu sehen, für den "Salon Reiners" und "Pelze Schnock". FOTO: Ilgner Detlef (ilg)

Die verblichene Werbung, hat ein Test ergeben, ist oft an verlassenen Läden oder Boutiquen in unmittelbarer Nähe zu Hauptstraßen zu finden. Aber auch versteckt in kleinen Seitenstraßen versprüht sie mancherorts einen nostalgischen Charme, unterscheidet sie sich doch durch altertümliche Beschriftung deutlich von modernen und stark frequentierten Einkaufsstraßen. Manche Ladenbesitzer lassen die alten Motive auch einfach hängen, weil sie das billiger kommt, als sie zu entfernen.

Beim Anblick mancher Banner und Schriftzüge hält der eine oder andere Gladbacher vielleicht einen Moment inne. Denn da werden schnell Erinnerungen wieder lebendig - etwa an den ersten Besuch im Kino. Am Rheydter Hauptbahnhof sind die Buchstaben des alten Kinos "Universum" immer noch auf dem Dach zu erkennen, als wäre nichts geschehen. Auch Privatgewerbe wie eine Schuhfabrik, deren Geschichte Jahrzehnte zurückreicht, haben heute noch Schilder, die auf einstige Aktivitäten in der Branche der Schuhmacher hinweisen sollten. Und wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, findet noch viele weitere solcher Erinnerungsstücke.

Wer die Bahnhofsgaststätte nach einem Kinobesuch im "Universum" aufsuchen will, wird enttäuscht. Für beides hängen lediglich nur noch alte Beschriftungen am Rheydter Bahnhof.
Quelle: RP
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