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Mönchengladbach
Eine lange Nacht im Gladbacher Hollywood

Mönchengladbach: Eine lange Nacht im Gladbacher Hollywood
Eine festliche Stimmung, ein hervorragendes Programm und eine tolle Show: Der Mönchengladbacher Theaterball ist ein Fixpunkt im Veranstaltungskalender. Dieses Mal drehte sich alles um "Hollywood". Den Gästen gefiel es. Das Publikum kam auf seine Kosten, denn es fehlte nicht an Gassenhauern. Und die Musiker waren Extraklasse. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Mit traditionellen Opernbällen hat der Theaterball wenig gemein: Die Gladbacher Version ist authentischer und hat einen eigenen Charme. Auch dieses Mal gab es Livemusik und eine tolle Mitternachtsshow. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Am Samstag hieß es im Theater wieder "Alles Walzer". Ganz stilecht - mit wienerischem Ton - forderte Kapellmeister Andreas Fellner die Ballgäste zum Tanz. Der Gladbacher Theaterball hat mit anderen Opernbällen wenig gemein: Hier ist man authentisch und muss nicht blind kopieren, was andere machen. Nicht nur durch die Jahr für Jahr wechselnde Themenwahl, diesmal "Hollywood Boulevard", gelingt dem Theater der Spagat zwischen gesellschaftlichem Ereignis, Anforderungen heutiger Event-Kultur und einem eigenen Charme. Auch durch ein vielfältiges Programm, verteilt auf alle Räumlichkeiten.

Da passen auch weniger zum Thema assoziierbare Momente wie Tango Argentino. Ilona und Salvador Rios bewiesen zunächst im Konzertsaal, und dann im Studio, wie viel Esprit im improvisierten Tanz verborgen liegt. Schade, dass sich keiner gefunden zu haben schien, Tango live zu spielen - so erklangen die mitreißenden Tangoklänge aus der Retorte. Reichlich Livemusik gab es ja. So mit der sympathischen Band Nightshift im Konzertsaal - chillig und modern; nostalgischer mit dem Hartman-Hilter-Swing-Orchestra im Großen Saal und mit Acts wie dem packenden Auftritt der "Blues Brothers" (Adrian Linke, Paul Steinbach und "Petrocelli pop & soul"). Petrocelli sorgte im unteren Foyer für coole Sounds, ähnlich wie Michael Meier und Band im großen Saal. Das Thema akzentuierte man mal augenscheinlich, mal zwischen den Zeilen, mit wohl gesetzten visuellen und natürlich - wie könnte es anders sein - musikalischen Schwerpunkten.

Das festlich geschmückte Theater, bot in sämtlichen Räumen immer wieder kleinere und größere Verweise auf die Traumfabrik: seien es "Walk of Fame" Sterne, ein übergroßes Marilyn Monroe Bild im Konzertsaal oder der Hollywood Schriftzug im großen Saal. Sei es die, zugegeben vielleicht etwas minimalistische, aber sehr gelungene und treffend auf Hollywood-Muscials abgestimmte, Stimmung der Eröffnung mit den Sinfonikern, Andrew Nolen, Amelie Müller, Gabriela Kuhn, Debra Hays und James Park, unter der Leitung Fellners. Übrigens äußerst charmant anmoderiert von Generalintendant Michael Grosse. Sei es die mit großer Stimme brillierende Kerstin Brix mit ihren Songs - begleitet von einem Jazz-Trio. Sei es schließlich die den Abend krönende Mitternachtsshow. Bei der man nicht nur Marilyn Monroe, Judy Garland und Tochter Liza Minnelli (Esther Keil) zum Leben erweckte, sondern sie auch humoristisch mit Frank Sinatra (Michael Ophelders) und Marlene Dietrich in Dialog treten ließ. Letztere mühelos verkörpert durch Kerstin Brix, die für die erkrankte Susanne Seeing eingesprungen war.

Und das trotz erschwerter Bedingungen. Denn die Tontechnik schien es nicht so gut mit den Hollywoodstars zu meinen und versagte kurzerhand. Das Publikum kam auf jeden Fall auf seine Kosten, denn es fehlte nicht an Gassenhauern, die man mit der goldenen Zeit der amerikanischen Unterhaltungsmusik verbindet. Auch dank der Band unter Heinz Hox' Leitung pulsierte alles im Hollywood-Fieber.

Von diesem Flair hätte man sich vielleicht hier und da etwas mehr gewünscht. So gelang das groß angekündigte Gala-Buffet nur mäßig. Gerne hätte man irgendwo die so wohlklingenden Namen der speziell für den Ball komponierten amerikanischen Speisen gelesen. Und durch zeitliche Verzögerungen und organisatorische Fallstricke beim Hauptgang. Man reagierte: Die Show begann zehn Minuten später.

Die Tanzbegeisterten brauchten sich von derartigen Problemchen indes die gute Laune keinesfalls verderben zu lassen, und wirklich jeder fand die passende Musik zur ausgelassenen Ballseligkeit.

Quelle: RP
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