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Mönchengladbach
Eine Mutter mit 17 Töchtern

Mönchengladbach. Die Stadt Mönchengladbach verfügte im Jahr 2014 über 17 unmittelbare Beteiligungen. Ein Überblick. Von Jan Schnettler

So eine Stadt schwebt nicht einfach nur so in Zeit und Raum. Sie ist vielmehr eingebettet in ziemlich komplexe Verwandtschaftsstrukturen. Die Stadt Mönchengladbach beispielsweise hatte im Jahr 2014 sage und schreibe 17 Töchter, oder "unmittelbare Beteiligungen an Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform des privaten Rechts", wie es im dazugehörigen Verwaltungsdeutsch heißt. Doch damit nicht genug - dazu kommen dann noch jede Menge Enkel, oder "mittelbare Beteiligungen der ersten Stufe". 18 waren das 2014, in jenem Jahr, für das die Verwaltung jetzt ihren jüngsten Beteiligungsbericht vorgelegt hat. Es folgt ein Überblick über die 18 unmittelbaren Beteiligungen und ihre jeweiligen Auswirkungen auf den Haushalt:

Altenheime der Stadt Mönchengladbach GmbH An ihr ist die Stadt zu 1,0 % direkt beteiligt. 2014 erhielt die Stadt Bürgschaftsprovisionen in Höhe von 38.000 Euro.

EWMG Die Entwicklungsgesellschaft ist eine 100-prozentige Tochter. Die Stadt zahlt ihr Geschäftsbesorgungsentgelte - 2014 beispielsweise 3,2 Millionen Euro. Außerdem gab es für die EWMG einen Zuschuss als Verlustausgleich in Höhe von 1,23 Millionen. Es wurden gegenseitige Erstattungen geleistet, und die EWMG erhielt Nutzungsentgelte und Erstattungen für den Hockeypark. Für 2013 schüttete die EWMG zudem eine Dividende in Höhe von 908.000 Euro an die Stadt aus. Ihrerseits hat die EWMG beispielsweise Ausgleichsverpflichtungen gegenüber PPG Nordpark und WFMG. Unter dem Strich stand im Haushalt für die EWMG somit ein Minus von 3,079 Millionen Euro.

GEM An der Gesellschaft für Wertstofferfassung, Wertstoffverwertung und Entsorgung Mönchengladbach mbH war die Stadt zu 50 % beteiligt. Die Stadt erhielt 2014 eine Nettodividende über 1,178 Millionen Euro für 2013. Demgegenüber standen Ausgaben in Höhe von 949.000 Euro für Miete und Unternehmervergütung. Unter dem Strich führte die GEM dem städtischen Haushalt somit 229.000 Euro an Einnahmen zu. Hier zeigen sich übrigens beispielhaft die Querverbindungen zwischen den unterschiedlichen Stadttöchtern: Die Miete für die Nutzung der städtischen Betriebshöfe seitens der GEM belief sich auf 56.000 Euro, die durch die EWMG vereinnahmt wurden und im Rahmen der Erstattungen wiederum dem Haushalt zugeführt wurden. Die Stadt wiederum zahlte 257.000 Euro für die Unterbringung des Straßenmanagements im GEM-Gebäude am Nordpark.

Kreisbau Die gemeinnützige Kreisbau AG, eine 100-prozentige Tochter, brachte der Stadt 518.000 Euro an Pacht und eine Nettodividende von 276.000 Euro ein. Sie bekam im Gegenzug einen Investitionszuschuss über 141.000 Euro - unter dem Strich Einnahmen in Höhe von 653.000 Euro.

GWSG Auch die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH ist eine 100-prozentige Stadttochter. Gezahlten Investitionszuschüssen über 447.000 Euro standen 2014 Pachteinnahmen über 758.000 Euro gegenüber - ein Plus von 311.000 Euro.

Gladbacher Bank Zu 3,16 % ist die Stadt an ihr beteiligt. 2014 brachte das eine Nettodividende von 38.000 Euro ein.

Radio 90,1 gehört der Stadt zu 25,0 %.

MGMG Die Marketing Gesellschaft Mönchengladbach mbH ist eine 100-prozentige Tochter. Die Einnahmen durch Pacht und Miete betrugen 90.000 Euro. Ausgegeben wurden 1,425 Millionen Euro - davon eine Million für eine Kapitaleinlage und 177.000 Euro als Geschäftsbesorgungsentgelt für Konzerte. Unter dem Strich steht ein Minus von 1,335 Millionen Euro.

NEW Kommunalholding GmbH Zu 24,05 % war die Stadt 2014 an der Holding beteiligt, an der wiederum die NEW mobil und aktiv (Mönchengladbach und Viersen) sowie die NEW AG hingen. Ebenfalls ein komplexes Konstrukt: Von der Holding erhielt die Stadt eine Nettodividende von 1,075 Millionen; die Holding erhielt Erträge aus Beteiligungen von der NEW AG und musste Verluste der beiden Mobil-und-Aktiv-Gesellschaften übernehmen. Außerdem schüttete sie mehrere Dividenden aus: an RWE, die EWMG und die Städte Mönchengladbach und Viersen. Die NEW AG wiederum zahlte eine Konzessionsabgabe für Wasser über 3,2 Millionen an die Stadt, verbuchte Ausgaben in Höhe von 10,7 Millionen und stand unter dem Strich mit einem Minus von 7,5 Millionen zu Buche. Die NEW mobil und aktiv wiederum verbuchte ein Minus von 5,28 Millionen.

NEW Netz GmbH Zu weniger als 0,01 % war die Stadt 2014 an der NEW Netz GmbH Geilenkirchen beteiligt.

RGG Zu 1,0 % war die Stadt 2010 unmittelbar an der Rheydter Grundstücks GmbH beteiligt.

RW Finanzinvestoren I 2014 erhielt die Stadt eine Nettodividende über 184.000 Euro von der RW Finanzinvestorengesellschaft I mbH Düsseldorf, an der sie zu 15,74 % beteiligt war - das hat mit der Beteiligung an RWE zu tun.

RWE Zu 0,28 % war die Stadt direkt an dem Energiekonzern beteiligt. 2014 erhielt sie eine Nettodividende über 1,476 Millionen Euro.

Sozial-Holding Von der 100-prozentigen Stadttochter erhielt die Stadt 2014 Bürgschaftsprovisionen in Höhe von 6000 Euro.

Städtische Kliniken Ebenfalls eine 100-prozentige Tochter. Aus Darlehensrückflüssen erhielt die Stadt einen Betrag von 13.000 Euro.

Theater Der Zuschuss für das Gemeinschaftstheater betrug 12,163 Millionen Euro.

VkA Am Verband der kommunalen RWE-Aktionäre war die Stadt zu 1,27 % beteiligt. Es fiel ein Kostenanteil von 2000 Euro zur Verlustabdeckung als Vorauszahlung an.

Gesamt Mit einem Minusbetrag von 13,35 Millionen Euro standen die unmittelbaren städtischen Töchter 2014 in den Büchern.

Quelle: RP
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