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Mönchengladbach
Eine Reise durch das Trommelland

Mönchengladbach: Eine Reise durch das Trommelland
Gebannt folgten die Kinder den Anweisungen von Trommelerzähler Markus Hoffmeister, der sie mit auf eine Reise nach Afrika nahm. FOTO: Raupold Isabella
Mönchengladbach. "Wir sind gut. Wir sind gut. Wir sind gut", schallt es rhythmisch aus etwa hundert kleinen Mündern im Pfarrheim in Heilig Geist. Zweihundert Kinderhände schlagen wieder und wieder auf das Fell von hölzernen, individuell gestalteten Trommeln, die vor bunten Teppichen überall auf dem Boden verteilt sind. Von Marei Vittinghoff

Mal ganz zart, mal mit voller Kraft berühren die Kinder die Trommeloberfläche mit ihren Händen, füllen den Raum in einem Moment mit einem donnernden Beben gemeinsam aus und erzeugen im nächsten Moment nur ein feinfühliges Rieseln mit ihren Fingerspitzen. Ob Trommeln mit Fäusten und Ellenbogen, kleine Tanzeinlagen, bei denen die Füße nur so auf den Boden stampfen oder ein lobendes Schulterklopfen für den Nachbarn: Bei der gemeinschaftlichen Trommelreise der Kita Heilig Geist und der evangelischen Kita Geistenbecker Feld am Donnerstag war ganzer Körpereinsatz gefragt.

Die gebannten Blicke der Kinder galten dabei Markus Hoffmeister, der mit Headset und orangefarbenem T-Shirt vor einem aufgespannten Tuch stand, das passend zum Thema der Reise ("Die Weisheit Afrikas") afrikanische Malereien zeigte. Schon seit 9 Uhr hatte der Theologe, Theaterpädagoge und Trommelerzähler mit den Kindern in zwei verschiedenen "Reisegruppen" für die Kleinen (ein bis vier Jahre) und die Großen (vier bis sechs Jahre) verschiedene Übungen durchgeführt, kurze Loblieder an die Trommeln einstudiert und so zusammen Geschichten erzählt, die zwar von fernen Ländern handeln, im Kern aber Universelles vermitteln. Zum großen Finale des Projekttages um 15 Uhr waren dann auch Eltern, Geschwister und Großeltern eingeladen, um den Projekttag gemeinsam abzuschließen.

"Schon während einer Pilgerreise nach Aachen, an der wir mit den Kindern seit Jahren teilnehmen, durften wir bei einer Trommelreise mit Markus Hoffmeister dabei sein", erzählt Christel Bremm, Leiterin der Kita Heilig-Geist. "Es ist toll, die glücklichen Kindergesichter zu sehen und zu erleben, wie die Kinder mitgehen."

Hoffmeister, der sich in der Tradition der Griots sieht - Weisheits- und Kulturvermittler, welche in Teilen Westafrikas Wissen interaktiv vermitteln -, erzählte an diesem Tag von der kleinen Trommel "Adoma". In ihrem Land, dem Trommelland, war ein Streit ausgebrochen, den die Kinder nun schlichten mussten. Vorbei an Elefanten, Schlangen und Vögeln, die einsahen, dass sie nur gemeinsam stark sind, fanden die Kinder schließlich jede Menge gute Gedanken. "Schön, dass du da bist", "Jeder ist richtig wichtig" oder "Ob du klein bist oder groß ist ganz egal" lauteten die Botschaften, die von den Kindern während der Reise gesammelt, gesungen und getanzt wurden. Aufbewahrt in einer dunklen Schatztruhe, die nun - so Hoffmeister - "viel Wichtigeres als Gold und Geld" enthielt, wurden sie dem Trommelland feierlich überreicht.

"Durch das Trommeln können wir erleben, wie wir alle im Rhythmus unserer Herzen miteinander verbunden sind", erklärte Hoffmeister abschließend. So fand auch die Geschichte ein gutes Ende.

Quelle: RP
 
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