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Mönchengladbach
Eine Reise in die Neuwerker Historie

Mönchengladbach. Das "Museum Priorhaus" zeigt, wie die Menschen in Neuwerk früher einmal gelebt haben. Die Heimatfreunde betreiben das Museum, das sie fünf Monate lang aufwendig renoviert haben. Bald soll es regelmäßig geöffnet sein. Von Christian Lingen

In der Ecke steht ein Küchenherd aus den 1920er Jahren. Gegenüber stapeln sich gestickte Tischdecken neben feinem Geschirr mit Goldrand. Der Schrank ist mindestens so antik wie der Tisch und die Eckbank. Es ist, als käme man in eine deutsche Küche der Vorkriegsjahre. Tatsächlich aber steht dieses Ensemble im Neuwerker Museum Priorhaus. Die Heimatfreunde Neuwerk haben es fünf Monate lang aufwendig renoviert und die überfüllten Räume in eine liebevolle Ausstellung verwandelt. "Wir möchten zeigen, wie die Menschen früher gelebt haben", sagt Hans-Peter Bolten, Vorsitzender der Heimatfreunde. Sie möchten das Museum ab Juni jeden ersten Montag eines Monats öffnen, Plattdeutschabende und Autorenlesungen veranstalten und Kindern die Heimat näher bringen.

"Wir hatten Experten vom Museum Schloss Rheydt hier. Sie haben uns viele Tipps gegeben", erzählt Bolten. Sie erklärten den Heimatfreunden zum Beispiel, dass das alte Museum völlig überladen gewesen sei. Das ist es jetzt nicht mehr. Die Ausstellung gliedert sich in vier Räume mit unterschiedlichen Themen und einen Flur, in dem archäologische Funde von der Steinzeit bis zu den Römern zu sehen sind. Der Raum direkt neben dem Eingang zeigt Dinge, die es früher in jedem Haushalt gab. Dazu gehören unter anderem Heiligenfiguren, die zu Fronleichnam zur Prozession an die Straße gestellt wurden, Teller mit Wappen und Zeichnungen alter Neuwerker Gebäude. Gleich daneben ist die alte Küche aufgebaut. Ihr folgt ein drittes Zimmer, dass einen Webstuhl, Stoffe, Flachs und Spinnräder zeigt.

Besonders detailliert ist der Nachbau zweier Werkstätten. "Mindestens 90 Prozent der Exponate stammen aus Neuwerk", erzählt Erwin Salditt, der Geschäftsführer der Heimatfreunde. So auch die Klompenwerkstatt von Peter Wennmacher und die Schuhmacherwerkstatt von Peter Hähner. Sie zeigen, wie früher Schuhe gemacht wurden. Wer es nicht genau weiß, der könnte meinen, in einer noch aktiven Werkstatt zu stehen. Überall liegen Werkzeuge, kleine Nägel und Hobelspähne. Die Werkbänke sind bis ins kleinste Detail nachgebaut. Zwischendurch begegnen die Besucher des Museums alten Fahnen von Vereinen, die es schon lange nicht mehr gibt.

"Wir haben noch viele weitere Exponate. Sie liegen fein sortiert und gut verpackt in einem Lager. Vielleicht tauschen wir irgendwann einmal etwas aus", sagt Hans-Peter Bolten. Die Renovierung, die nur mit Sponsoren finanziert werden konnte, umfasste neben neuen Böden und Lampen auch einen neuen Anstrich. Die Farben passen zur Ausstellung. "Wir werden von Juni bis September jeden ersten Montag im Monat von 17 bis 19 Uhr öffnen. Das Museum soll ein Treffpunkt werden. Der Eintritt ist kostenlos", kündigt Erwin Salditt an. Außerdem werde man mit Schulen kooperieren, um den Kindern die Heimat näher zu bringen. Außerdem ist eine Kooperation mit dem Kloster geplant. Die Gespräche darüber werden noch geführt.

Eigentlich ist die Ausstellung ein Heimatmuseum. Doch so möchten die Heimatfreunde das Haus nicht mehr nennen. Bald soll ein neues Schild vor dem Haus den Namen "Museum Priorhaus" verkünden. Wer möchte, kann auch ein Stück Heimat mit nach Hause nehmen. Die Heimatfreunde verkaufen nämlich auch Bücher über Neuwerk.

Quelle: RP
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