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Mönchengladbach
Eine Spezialistin für die ersten Lebenswochen

Mönchengladbach. Das Krankenhaus Neuwerk hat in der Oberärztin Sukanya Thushyanthan eine neue Neonatologin im Team der Kinderklinik. Von Angela Rietdorf

Dr. Wolfgang Müller freut sich merklich über die neue Kollegin. "Mit ihr sind wir auf dem neuesten Stand, was die Neonatologie angeht", sagt der Chefarzt der Kinderklinik im Krankenhaus Neuwerk. Seit Januar 2016 ist Sukanya Thushyanthan Oberärztin in der Kinderklinik, im März hat sie die mehrjährige Weiterbildung mit Schwerpunkt Neonatologie erfolgreich abgeschlossen. Damit ist sie Spezialistin für die ersten Lebenswochen. Die neue Oberärztin kommt mit einschlägiger Erfahrung nach Neuwerk.

Sukanya Tushyanthan hat unter anderem als Assistenzärztin am Essener Elisabethkrankenhaus gearbeitet und sich dort intensiv mit der Behandlung und Betreuung von Frühchen ab der 23. Schwangerschaftswoche beschäftigt. Sie bringt Erfahrungen mit den aktuellen Entwicklungen in der Neonatologie mit. Beispielsweise mit dem sogenannten Bonding. Hinter diesem Begriff versteckt sich die intensivierte Einbindung der Eltern in die Pflege des Neugeborenen, auch wenn es zum Beispiel einen Inkubator benötigt. "Die Mutter kann dem Baby trotzdem die Windeln wechseln oder es versorgen", erklärt die Oberärztin. "Und auch mit einem Beatmungsgerät kann das Kind auf der Brust der Mutter oder des Vaters kuscheln." So kann von vorn herein eine gute Mutter-Kind-Beziehung aufgebaut und eventuelle Ängste der Eltern im Umgang mit einem Frühchen abgebaut werden.

1100 Kinder werden jedes Jahr im Krankenhaus Neuwerk geboren. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent davon sind Frühgeborene, die eine stärkere Betreuung benötigen. Das Ziel sei es natürlich, Frühgeburten zu verhindern, betont Chefarzt Dr. Müller, zumindest aber die 32. bis 34. Schwangerschaftswoche zu erreichen. "Dann ist die Atmung stabil und die Kinder sind gut zu versorgen", sagt er. Unter dem Dach des Eltern-Kind-Zentrums arbeitet die Kinderklinik eng mit der Geburtshilfe des Hauses zusammen, beide betreiben gemeinsam den perinatalen Schwerpunkt, der dazu dient, plötzlich auftretende, unerwartete Neugeborenen-Notfälle angemessen zu versorgen.

Nicht nur die Frühgeborenen, alle Babys sollen in Neuwerk einem umfangreichen Ultraschall-Screening unterzogen werden, um die Weichen für die weitere positive Entwicklung möglichst früh stellen zu können. Ist es nötig, kommen die Fachärzte ins Krankenhaus. "Das ist schonender als die Kinder zu transportieren", sagt Müller. Neonatologin Thushyanthan wird das Krankenhaus auch in der Arbeitsgemeinschaft Linker Niederrhein vertreten, in der die Krankenhäuser der Region sich austauschen und gemeinsame Standards vereinbaren.

Quelle: RP
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