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Mönchengladbach
Eine Stadtrundfahrt gegen Rassismus

Mönchengladbach: Eine Stadtrundfahrt gegen Rassismus
FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Der 19. Bundesliga-Spieltag steht im Zeichen der Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus. Das Jugendzentrum De Kull und die Theo-Hespers-Stiftung organisieren passend dazu eine Fahrt zu lokalen Schauplätzen der Terrorherrschaft. Von Simon Janssen

Der 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga wird ein wenig anders sein, als üblich. Fans, die am 27. Januar in die Stadien strömen, werden für einige Augenblicke den Rasensport in den Hintergrund rücken, um einem Ereignis Aufmerksamkeit zu schenken, das an diesem Tag genau 68 Jahre zurückliegt.

An diesem Datum wurden 1945 die Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreit, Grund für die DFL mit einer Stadionansage zu Anteilnahme und Respekt aufzurufen – es ist der "Erinnerungstag des deutschen Fußballs", der initiiert wurde, um gerade jüngere Generationen über die Taten aufzuklären. "Nie wieder!" lautet das Motto der Aktion.

Im Rahmen dieses Tages veranstaltet das Jugendzentrum "De Kull" am 25. Januar, um 16 Uhr in Kooperation mit der Theo-Hespers-Stiftung eine historische Stadtrundfahrt durch Mönchengladbach. Ein Bus wurde organisiert, der von Borussias Fanhaus startet. Von dort werden die Teilnehmer zu Plätzen der Stadt gebracht, die in Zeiten des Nationalsozialismus zu Schauplätzen von Nazi-Verbrechen wurden, wie das alte Gesundheitsamt oder die Stadtbibliothek.

"Dabei werden wir die Geschichten der Orte und der Menschen, deren Schicksal mit diesen Plätzen zusammenhing, kennenlernen", erklärt Philip "Peppo" Hülsen vom Fanprojekt, der die Tour mit organisiert. Zusätzlich wird es einen Halt am Borussia-Park geben, um die Rolle des Fußballs in der Zeit des Nationalsozialismus zu diskutieren. Zeitzeuge Ferdinand Hoeren wird dabei von seinen Kindheitserinnerungen berichten.

Es ist ein Projekt, das Hülsen am Herzen liegt. "Als Jugendeinrichtung ist es wichtig, dass man regelmäßig Zeichen gegen Rassismus setzt." Der Sozialarbeiter bezeichnet die Aufklärung auf diesem Gebiet als "Teil unserer bildungspolitischen Arbeit". Nicht nur mit dem "Bolzplatz der Nationen", auf dem jedes Jahr ein Fußballturnier verschiedener Jugendeinrichtungen stattfindet, setzt das Zentrum Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Anmelden für die Tour können sich Interessierte unter info@dekull.de oder am Fanhaus zu den Öffnungszeiten vom Jugendzentrum "De Kull" (Dienstag bis Freitag, 15 bis 19 Uhr). Die dreistündige Tour kostet fünf Euro pro Person. 35 Plätze stehen zur Verfügung. Es soll nicht das letzte Projekt dieser Art gewesen sein, weitere Pläne liegen bereits vor – so soll ein deutsch-niederländisches Fußballturnier in Zusammenarbeit mit der Euregio ausgerichtet werden. Zudem soll ein Kurzfilm über Rassismus im deutschen Fußball entwickelt werden. "Das ist wichtig, um die Verbindung zwischen Geschichte und Aktualität zu halten", sagt Philip Hülsen.

(RP/rl)
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