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Mönchengladbach
Eine Suppe wird zum Teil einer Armutskampagne

Mönchengladbach. Im Café Emmaus betreut der SKM Rheydt Bedürftige. Auf deren Situation macht er aufmerksam. Von Eva Baches

Der Raum im Haus Emmaus in Rheydt ist gut gefüllt, man unterhält sich und der Duft von Rumfordsuppe erfüllt den Raum. Diese Suppe werden die Besucher der Aktion anlässlich des bundesweiten Aktionstags zum Internationalen Tag gegen Armut und Ausgrenzung gemeinsam auslöffeln. "Das hat für uns gleich doppelte Symbolkraft. Zum einen stehen wir in der Tradition der Suppenküche, zum anderen ist die Rumfordsuppe ursprünglich ein Gericht, das Graf Rumford erfand, um Strafgefangene und Bedürftige gut und günstig zu ernähren", erklärt Christoph Föhler. Er ist Leiter des Tagestreffs im Café Emmaus des SKM Rheydt, der sich an einer Armutskampagne seines Bundesverbandes beteiligt.

"Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und Besucher des Tagestreffs mit Gästen aus Politik, Verwaltung und der Polizei an einen Tisch zu bringen", führt er weiter aus. Denn Armut ist mehr, als kein Geld zu haben. "Das Materielle ist dabei nur ein Problem. Fehlende Struktur, mangelnder sozialer Kontakt oder Suchterkrankungen kommen dazu. Und dann die Wohnungslosigkeit beziehungsweise die Obdachlosigkeit", erklärt er.

Menschen fielen zunehmend durch das Raster. Gerade im Bereich der Wohnungslosigkeit sei die Dunkelziffer hoch. Es fehle auch in Mönchengladbach an bezahlbarem Wohnraum. Hier versucht die Wohnungslosenhilfe im Café Emmaus mit ihrem Angebot Hilfe zu leisten. Die Besucher erhalten Informationen und Beratung, bekommen Möglichkeiten, ihre Wäsche zu waschen, zur Körperpflege, dreimal in der Woche gibt es außerdem eine warme Mahlzeit. "Das ist unter anderem nur deshalb möglich, weil wir Lebensmittelspenden erhalten, über die wir uns sehr freuen", betont Astrid Thiess, Mitarbeiterin im Anerkennungsjahr. Sehr wichtig für die Betroffenen sind die sozialen Kontakte. Dazu gehört Andreas Nitzsche. Er freut sich über den Zuspruch und die Ansprechpartner, die er bei seinen regelmäßigen Besuchen im Café Emmaus findet. "Die Kontakte und Freundschaften sind mehr wert als Geld. Das macht für mich den Treff aus", erzählt er.

Damit hat er vielleicht schon eine Formel gegen Ausgrenzung gefunden: Menschlichkeit.

Quelle: RP
 
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