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Mönchengladbach
Eine Tasse Kaffee für ein Gespräch

Mönchengladbach: Eine Tasse Kaffee für ein Gespräch
Interkultureller Austausch bei Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Das "Café Welcome" des SKM lud am Wochenende auf dem Rheydter Marktplatz zur Tischgesellschaft ein. Von Sophia Firgau

Mit der Tischgesellschaft, einer urbanen Intervention, luden Mitglieder des "Café Welcome" zu Kaffee, Tee und Gebäck an einen großen liebevoll gedeckten und dekorierten Tisch ein. Nach dem großen Erfolg im Januar ging die Tischgesellschaft erneut auf den Marktplatz in Rheydt - diesmal zwar nicht während der Marktzeit, aber mit mindestens genau so buntem Treiben. Veranstaltet wurde das Ganze vom "Café Welcome" des SKM Rheydt, das jeden Freitagnachmittag durch ein temporäres Café einen Ort für Begegnung zwischen geflüchteten Menschen, ehrenamtlich engagierten Personen und interessierten Bürgern schafft.

Um dieses Zusammenkommen nach außen zu tragen, ging das Café Welcome mit der Tischgesellschaft in die Öffentlichkeit. Damit wollen die beiden Kulturpädagoginnen und Initiatorinnen Maria Jackschitz und Anna Papoulias einen interkulturellen Austausch im öffentlichen Raum anregen. Und dieses Konzept ging voll auf: Bei schönstem Herbstwetter wurde gegessen, gelacht und geredet - auf Deutsch, Französisch, Arabisch oder Farsi - und mittendrin das Spielmobil des Vereins Unity for Refugees, das nicht nur die Kleinen mit Bällen, Stelzen, Balanciertellern und allerhand anderem Spielgenuss versorgte. Nicht zuletzt kamen viele Menschen unterschiedlichen Alters auch über die Fotowand ins Gespräch: Eine riesige Magnettafel mit dem Stadtplan von Rheydt war mit Fotos ausgestattet, die zuvor in Workshops unter der Leitung von Jackschitz und Papoulias entstanden waren.

"Wir haben alles selbst gemacht, nicht nur die Fotos, sondern auch das Holzgestell der Fotowand selbst gesägt und konstruiert", erzählt Bashir Amani, der die Gruppe als Übersetzer begleitete. Währenddessen wurden nebenbei deutsche Wörter wie Hammer, Säge und Nagel gelernt. Die Fotos waren am Ort ihrer Entstehung auf dem Stadtplan befestigt und zeigten den ganz persönlichen Blick der Teilnehmenden auf Rheydt: "Ich habe vor allem Kirchen fotografiert, weil ich sie wunderschön finde und in Deutschland zum ersten Mal gesehen habe", erzählte der aus Afghanistan stammende Nabi Taghizada.

Auf den Fotos von Alisa Tokarskaya waren vor allem die kleinen Dinge zu sehen, die man sonst oft übersieht: eine Schaufensterdekoration aus Bällen, ein lustiger Mülleimer, eine Karo-Dame-Spielkarte auf dem Asphalt in der Gesellschaft einer Zigarette. Warum die junge Frau aus Russland teilgenommen hat? Sie nutze jede Gelegenheit um mit Menschen in Kontakt zu kommen und eigene Kommunikationshemmungen abzubauen. Denn: "Wenn wir zusammen etwas schaffen, bringt uns das einander näher."

Quelle: RP
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