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Mönchengladbach
Einmal Gottesdienst spezial, bitte!

Mönchengladbach. Sonntag, kurz vor 10 Uhr. Die Reihen in der evangelischen Johanneskirche füllen sich. Es ist eine schöne, helle Kirche mit schlichten, bunten Fenstern. Auch der Altar ist nicht überladen, sondern nur mit einem Kerzenständer und einem bunten Gesteck geschmückt. Alle warten gespannt auf den Beginn des Gottesdienstes. Und dieser Gottesdienst ist kein Gottesdienst, wie man ihn kennt mit den bekannten Riten und Liturgien. Pfarrer Karl-Heinz Bassy hat sich ein besonderes Konzept ausgedacht. "Ich wollte ein Angebot schaffen, das auch Menschen den Zugang zur Kirche ermöglicht, die nicht regelmäßig einen Gottesdienst besuchen und mit den Abläufen der Liturgien nicht mehr so vertraut sind", erklärt er. Und das schafft er durch die Verbindung von Themen des Alltags und deren Bezug zu religiösen Texten. "Wir hatten schon die unterschiedlichsten Themen, zum Beispiel über verschiedene Autoren zu entsprechenden Werken. Im nächsten Gottesdienst wird zum Beispiel der Wirt von der Kneipe um die Ecke die Predigt halten", sagt er. Von Eva Baches

Vergebung ist das Thema des Gottesdienstes. In Zeiten von Krieg und Flüchtlingskrise ein aktuelles Thema. Felix Heinrichs, Historiker und Politikwissenschaftler und Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, ist eingeladen, die Predigt zu halten. Er hat sich verschiedene Bibelstellen herausgesucht, die zeigen, dass nicht Hass und Verfolgung weiterführen, sondern Vergebung. "Ich bin überzeugt, dass nicht Hass und Vergeltung uns weiterbringen. Staaten und Gesellschaften müssen aufeinander zugehen, um Konflikte zu regeln.", sagt er.

Darüber schlâgt er den Bogen zum Alltag und fragt, wie gehen wir im Alltag mit uns und anderen um? Und stellt heraus: "Wir reagieren häufig aus der Situation heraus, ohne uns zurückzunehmen. Kriege und Auseinandersetzungen entspringen häufig dem Drang nach Vergeltung, der Angst vor dem Gegenüber und der Überhöhung der eigenen Person und Position. Nehmen wir uns lieber ein Stück zurück, suchen andere Auswege und denken daran, wie wir selbst behandelt werden möchten", betont der Politiker. Gott und die Kirche sind auf einmal nicht mehr weit weg, sondern liefern Bezug zum eigenen Leben.

Quelle: RP
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