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Mönchengladbach
Ekel-Funde beim Frühjahrsputz

Frühjahrsputz 2015: Mönchengladbacher räumen auf
Frühjahrsputz 2015: Mönchengladbacher räumen auf FOTO: Ilgner Detlef
Mönchengladbach. Mark Nierwetberg von der Initiative Gründerzeitviertel bittet Stadt um Hilfe. Von Jan Dobrick

Fixerbestecke, ein Autoradio, sogar ein Portemonnaie samt Kartensammlung und ein arg ramponiertes MacBook; all das hat Mark Nierwetberg von der Initiative Gründerzeitviertel (GZV) gefunden, als er am vorigen Samstag bei der Frühjahrsputz-Aktion von Rheinischer Post, Stadtsparkasse und GEM mit seinen Mitstreitern an der Ecke Sittardstraße/Kaiserstraße quer durch das dichte Gestrüpp gestapft ist.

"Wer sich in Ruhe harte Drogen spritzen oder Diebesgut loswerden will, macht das seit einigen Jahren hier", sagt der 41-Jährige empört - und setzt auf der Homepage der Initiative Gründerzeitviertel einen Hilferuf ab (www.initiative-gzv.de/stadt-wir-brauchen-hilfe/). Der Titel: "Liebe Stadt, wir brauchen Hilfe: Drogenspritzen im Laub-Müll-Gemisch."

Das zentral in der Innenstadt gelegene, unbebaute Grundstück, auf dem in den 1930-Jahren eine Tankstelle stand, gehört der Stadt. "Es ist sehr verwildert", beklagt sich Mark Nierwetberg. Schichten aus Laub und Müll türmen sich. Die Büsche bieten Drogensüchtigen, Dieben und Obdachlosen Schutz.

"Uns Anwohnern ist das kleine Areal schon lange ein Dorn im Auge. Hier schaut einfach niemand mehr nach dem Rechten - außer uns", sagt Mark Nierwetberg. "Wir haben am Wochenende wieder unzählige Plastiktüten aus der Erde gezogen. In dem Dickicht hat sich massig Zeug angesammelt, das man auf den ersten Blick gar nicht sieht."

Jahr für Jahr räumt Mark Nierwetberg das Gelände bei der Putzaktion auf. "Eine Lösung für das Müll-Problem ist das aber nicht", betont er. "Es muss sich unbedingt was tun." Ideen hat er genug - eine versucht er jetzt mit seinem Nachbarn Stefan Sturm, der im Vorstand der Initiative GZV sitzt, voranzutreiben: "Es wäre toll, wenn sich an der Ecke ein Urban Gardening-Konzept verwirklichen ließe, die städtische Fläche also gärtnerisch genutzt werden könnte. Dafür müsste die Stadt allerdings das wuchernde Grünzeug entfernen."

Mark Nierwetberg und Stefan Sturm haben sich unmittelbar nach der Aufräumaktion an den Schreibtisch gesetzt, sie arbeiten an einem Projektentwurf: Die Stadt stellt in diesem Jahr 300 000 Euro zur Verfügung, um Projekte von Bürgern finanziell zu fördern. Die Antragsteller müssen aber einen Eigenanteil aufbringen. Entwürfe können noch bis zum 22. März eingereicht werden. "Wir schreien nicht nur um Hilfe, wir sind auch bereit, etwas dafür zu tun", sagt Mark Nierwetberg. "Mal sehen, ob wir gehört werden."

Quelle: RP
 
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