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Mönchengladbach
Elektro Löb kühlt am Persischen Golf

Mönchengladbach: Elektro Löb kühlt am Persischen Golf
Oliver Lorenz (vorne) und Eduard Skornia geben einem der Schaltschränke für das Großprojekt den letzten Schliff. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Für ein Großrohrwerk der SMS Group in Abu Dhabi hat das Unternehmen ein maßgeschneidertes Kühlkonzept entwickelt. Die Zusammenarbeit der beiden Gladbacher Firmen bewährte sich schon bei vorherigen Aufträgen. Von Jan Schnettler

Die Vorteile räumlicher Nähe und eingespielter Teams sind nicht zu unterschätzen. "Zu den Hoch-Zeiten sitzen wir zwei- bis dreimal die Woche mit dem Projektleiter von SMS zusammen", sagt Robert Kühn, Betriebsleiter von Elektro Löb. "Das steigert natürlich auch die Umsetzungsgeschwindigkeit." Und wenn man zudem darauf verweisen kann, dass die bewährten Kräfte aus vorangegangenen Kooperationen wieder mit im Boot sein werden, ist das bei Auftragsvergaben sicher auch nicht hinderlich. Insofern ist es nur folgerichtig, dass Löb derzeit für ein Großrohrwerk der SMS Group in Abu Dhabi die komplette Steuerungstechnik entwickelt, liefert und montiert. Denn das Projekt ist ein Folgeauftrag aus einer früheren Kooperation der beiden Mönchengladbacher Unternehmen, die auch davor bereits des Öfteren zusammengearbeitet hatten.

v. l.: Betriebsleiter Robert Kühn und die beiden Geschäftsführer Stefan Löb und Heinz Pillen in der Fertigung an der Borsigstraße. FOTO: Raupold Isabella

Diesmal hat Elektro Löb ("Heute würde man eine neu gegründete Firma vielleicht eher ,Löb Automatisierungstechnik' nennen", sagt Stefan Löb, in dritter Generation Geschäftsführer des bereits 1930 gegründeten Familienunternehmens, lachend) für SMS ein maßgeschneidertes Kühlkonzept entwickelt. Denn Temperaturen von bis zu 50 Grad sind am Persischen Golf keine Seltenheit. Die zusätzliche Abwärme der Gerätschaften treibt die Werte zusätzlich nach oben. Und darunter leiden - ohne entsprechende Kühlung - auch die komplexen elektrischen Schaltungen und die sensible Elektronik. Der Mix aus Lüftern und Kühlaggregaten wurde so konzipiert, dass die Anlagen und Schaltungen selbst Höchsttemperaturen standhalten, die nur an wenigen Tagen im Jahr erreicht werden. "Das bedeutet für SMS maximale Sicherheit, denn Maschinen dürfen nicht ausfallen", so Löb-Geschäftsführer Heinz Pillen. "Jede Stunde würde immensen wirtschaftlichen Schaden verursachen."

Das Großprojekt, das Löb einen Umsatz in siebenstelliger Höhe beschert, ist im Zeitplan - erst Anfang März war der Auftrag erteilt worden, im Januar soll er im Wesentlichen abgeschlossen sein. Das SMS-Großrohrwerk in dem Emirat wird nach seiner Fertigstellung im Kern der Produktionsstraße aus sieben Großmaschinen bestehen; für drei davon programmieren Spezialisten von Elektro Löb die Steuerung. Des Weiteren konzipiert, plant und fertigt das Unternehmen für alle sieben die elektrische Ausrüstung. Neben den Schaltschränken zur Aufnahme dieser Einrichtungen, die aneinandergereiht 150 Meter lang sind, werden auch die Bedienpulte und die Maschinenklemmenkästen in Engelbleck projektiert und hergestellt. "Unsere Ingenieurleistungen umfassen die Konzeption, Entwicklung, Programmierung und Implementierung eines Großteils der Software sowie die Visualisierung aller Abläufe im Produktionsprozess", fasst Stefan Löb zusammen.

Über 135 Mitarbeiter verfügt die Firma, die zuletzt angrenzende Grundstücke aufgekauft beziehungsweise angemietet und somit für ausreichend Produktionsfläche in den nächsten Jahren gesorgt hat. Gut die Hälfte davon arbeitet an der Borsigstraße, der Rest ist auf Montage oder sitzt permanent anderswo - etwa bei Rahmenvertragskunden in Köln (Ford) und Grevenbroich (Hydro Aluminium). Bemerkenswert: Derzeit gibt es bei Elektro Löb 14 (!) Azubis, so viele wie noch nie auf einmal - darunter seit 1. November auch zwei Studienabbrecher.

Quelle: RP
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