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Mönchengladbach
Eli wieder beliebteste NRW-Geburtsklinik

Mönchengladbach. 2634 Geburten gab es im Jahr 2016 im Elisabeth-Krankenhaus. Das Klinikteam hat große Erfahrung mit Frühchen. Von Angela Rietdorf

Jacqueline Dammann liegt im Bett, Töchterchen Sophia an sie geschmiegt auf der Brust. Daniel Nauen, der glückliche Vater, sitzt daneben. Dass Sophia im Eli in Rheydt zur Welt gekommen ist, ist Zufall. Die werdenden Eltern waren nur in Gladbach, um die Großmutter nach Hause zu bringen. Doch dann ging plötzlich alles schnell, Sophia wollte und sollte fünf Wochen früher auf die Welt als geplant. Und deshalb ist sie nun in Nordrhein-Westfalens beliebtester Geburtsklinik, der Mutter-Kind-Klinik des Elisabeth-Krankenhauses, geboren worden. Sophia gehört damit zu der stetig wachsenden Zahl von Babys, die im Eli das Licht der Welt erblicken. Im vergangenen Jahr waren es bei 2634 Geburten 2737 Kinder - Mehrlingsgeburten sind häufig im Eli.

Damit liegen die Rheydter mit deutlichem Abstand auf dem ersten Platz unter den Geburtskliniken in Nordrhein-Westfalen - zum dritten Mal. "Seit wir die Mutter-Kind-Klinik eröffnet haben, gehen die Geburtenzahlen stetig nach oben", stellt Geschäftsführer Horst Imdahl zufrieden fest. "Man merkt, dass das Gesamtpaket stimmt: die ärztliche Leistung, die personelle und räumliche Ausstattung und die Anbindung an die Kinderklinik."

Die meisten werdenden Eltern entscheiden sich - anders als bei Klein-Sophia - sehr bewusst für die Rheydter Geburtsklinik. Das hat verschiedene Gründe, die auch, aber nicht nur mit den hochmodernen Räumlichkeiten zusammenhängen. Ein weiterer Grund ist die große Erfahrung, die das Team um Chefarzt Harald Lehnen bei Mehrlingsgeburten aufzuweisen hat. Auch die niedrige Kaiserschnittrate - mit 23 Prozent zehn Prozentpunkte unter dem Landesschnitt - zieht die Patientinnen an. "Selbst bei Zwillingen oder bei Beckenendlage ist eine normale Geburt möglich", sagt Lehnen überzeugt und kann auf große Erfolge verweisen. In vielen anderen Häusern wird in solchen Fällen mehr oder weniger automatisch das Kind per Kaiserschnitt entbunden.

Als Perinatalzentrum I ist das Elisabeth-Krankenhaus besonders gut auf die Versorgung von Frühchen eingerichtet. Durch die enge Anbindung der Mutter-Kind-Klinik an die angrenzende Kinderklinik gibt es auch zeitlich keinerlei Verzug bei der Versorgung der zu früh und zu leicht geborenen Babys. Der Gesetzgeber hat seit einiger Zeit vorgeschrieben, dass bei Frühchen unter 1500 Gramm Geburtsgewicht eine Eins-zu-Eins-Betreuung gewährleistet sein muss, das heißt, dass für jedes Frühchen eine Kinderkrankenschwester bereitstehen muss. "Das ist eigentlich sehr schwer umsetzbar", sagt der Chefarzt der Kinderklinik, Wolfgang Kölfen. "So viel qualifiziertes Personal muss man erst einmal finden. Aber wir konnten im vergangenen Jahr zehn bis zwölf neue Schwestern einstellen." Der Pflegeschlüssel stimmt, die optimale Versorgung ist gewährleistet.

Auch in der Mutter-Kind-Klinik ist die Personalsituation hervorragend. "Wir haben pro Schicht vier Hebammen. Außerdem sind in jedem Dienst drei Ärzte fest vor Ort", erklärt Lehnen. "Das ist unglaublich wichtig, denn in einer Notfallsituation habe ich innerhalb von einer Minute ein Team von neun Leuten im Kreißsaal." Und die Neonatologen, die sich um die Neugeborenen kümmern, wenn Probleme auftreten, sind ebenfalls innerhalb kürzester Zeit da. Auch deshalb ist es heute möglich, dass Kinder mit einem Geburtsgewicht von unter 1000 Gramm überleben und weitgehend gesund aufwachsen. In der Kinderklinik kümmern sich die Schwestern nicht nur um die Babys, sie versuchen auch sehr früh, die Eltern eng in die Pflege einzubinden. Gerade bei Frühchen ist das von großer Bedeutung "Die Kinder gedeihen viel besser, wenn die Mütter keine Berührungsängste haben", weiß Schwester Ulla. Deshalb sei das Bonding so wichtig, die ersten dreißig Minuten, in denen die Mutter ihr Baby auf der Brust hat.

Bei allen Fortschritten der Neonatologie: "Die Frühgeburtenrate muss gesenkt werden", ist Lehnen überzeugt. Am besten durch eine frühzeitige medizinische Betreuung der werdenden Mutter, damit das Kind möglichst nicht vor der 32. Woche geboren wird. Und das ist die gute Nachricht: Den Ärzten im Eli gelingt es immer häufiger, die Geburt sogar um mehrere Wochen hinauszuzögern. "Das ist eine Riesenleistung", sagt Kölfen.

Quelle: RP
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